Mittwoch, 29. Januar 2020

Zimmervermittler will kräftig expandieren Hotel-Schreck Airbnb heimst Milliardenkredit ein

Der Zimmer- und Wohnungsvermittler Airbnb ist nicht nur der Hotelbranche ein Dorn im Auge

Das dürfte die Hotelbranche beunruhigen: Bettenvermittler Airbnb will expandieren. Dafür hat sich das Unternehmen nun offenbar einen Milliardenkredit gesichert.

Airbnb hat sich Insidern zufolge von mehreren großen US-Banken eine Kreditlinie in Höhe von einer Milliarde Dollar gesichert. Damit sollen die Expansion des Startups und neue Angebote finanziert werden, sagte eine mit dem Vorgang vertraute Person am Donnerstag der Nachrichtenagentur Reuters.

Zu den Geldgebern gehören demnach J. P. Morgan, Citigroup, Morgan Stanley und Bank of America. Diese wollten sich entweder nicht äußern oder waren für eine Stellungnahme zunächst nicht erreichbar.

Das 2008 gegründete Unternehmen will in diesem Jahr erstmals schwarze Zahlen schreiben. Bereits Ende vergangenen Jahres hatte sich Airbnb 100 Millionen Dollar für den Ausbau seiner Geschäfte gesichert.

Die Hotelbranche und Reiseanbieter sehen in Airbnb einen gefährlichen Konkurrenten. Denn die von dem Onlineportal vermittelten Wohnungen sind oft günstiger als Hotelzimmer und bieten Familien mit Kindern mehr Platz.

Doch auch die Kommunen selbst machen Front gegen Airbnb. In mehr als 100 Städten ringt das Unternehmen aktuell um Regeln, die es Mietern und Hauseigentümern erlauben sollen, ihre Wohnungen und Zimmer über die Airbnb-Plattform zu vermieten. In London, Paris, Mailand, Lissabon und Amsterdam hat sich Airbnb bereits mit Regierungen - teils auch erst einmal übergangsweise - auf bestimmte Regeln verständigt.

In Berlin ist es nach einer zweijährigen Übergangsfrist mittlerweile sogar verboten, die eigene Wohnung ohne Sondererlaubnis gegen Geld als Ferienwohnung anzubieten. Airbnb-Mitgründer Nathan Blecharczyk setzt alles daran, auch hier zum Zuge zu kommen - mit viel Diplomatie und organisierten Druck aus der Community.

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