Condor und Niki Lauda am Zug Bieterfeld für Niki lichtet sich - Ryanair ist raus

Die Chancen für eine Rettung der Fluglinie Niki werden größer: Inzwischen haben mehrere Firmen Interesse an der insolventen Air-Berlin-Tochter bekundet.
Niki-Maschine

Niki-Maschine

Foto: Adam Berry/ Getty Images

Die Zukunft der Air-Berlin-Tochter Niki entscheidet sich womöglich schon am Freitag. Der vorläufige Insolvenzverwalter Lucas Flöther kündigte an, man werde am Donnerstag eingehende Kaufangebote auswerten und den zuständigen Gläubigern dann einen Vorschlag unterbreiten. "Und dann denke ich, hoffe ich, dass es morgen im Gläubigerausschuss eine Entscheidung, zumindest eine Weichenstellung geben wird", sagte Flöther im österreichischen ORF.

Das Feld der Interessenten lichtet sich derweil schon wieder. Während Niki-Gründer und Ex-Rennfahrer Niki Lauda seinen Hut in den Ring warf, verzichtete der irische Billigflieger Ryanair  entgegen einer früheren Ankündigung darauf. Auch die Bietergemeinschaft Zeitfracht/Nayak will kein Angebot vorlegen, strebt aber Kooperationen mit möglichen Käufern an.

Die österreichische Niki war Mitte Dezember in die Pleite gerutscht, nachdem die Lufthansa  ihre Zwischenfinanzierung eingestellt hatte. Denn die größte deutsche Fluggesellschaft hatte sich zwar mit Air Berlin im Oktober darauf geeinigt, Niki und die Regionalflugtochter LGW für 210 Millionen Euro zu übernehmen. Lufthansa stieß mit diesem Plan aber auf Widerstand der EU-Kartellwächter - und verzichtete deshalb auf Niki.

Niki Lauda, Condor, PrivatAir und IAG zählen noch zu den Interessenten

Nun sucht Flöther möglichst schnell einen Käufer, bevor die attraktiven Start- und Landerechte (Slots) verfallen. Als Interessenten gelten auch die Schweizer Linien- und Charterfluggesellschaft PrivatAir und zwei Insidern zufolge die British-Airways-Mutter IAG.

Ryanair hingegen legte keine Offerte vor. "Leider gab es nicht genug Klarheit über die Vermietung von Lufthansa-Flugzeugen an Niki, das konnten wir nicht rechtzeitig lösen", teilte das Unternehmen zur Begründung mit. Niki Lauda reichte ein Angebot zur Übernahme des Ferienfliegers ein, wie seine Sprecherin erklärte. Offen blieb, ob Lauda alleine bietet oder mit Partnern.

Niki-Insolvenzverwalter Flöther will Niki bis Anfang Januar verkaufen

Niki mit seinen 1000 Beschäftigten galt als besonders attraktiver Unternehmensteil der Air Berlin. Nach dem Rückzug der Lufthansa meldete sie in der vergangenen Woche Insolvenz an. Insolvenzverwalter Lucas Flöther will die Fluggesellschaft bis Anfang Januar verkaufen, damit keine Start- und Landerechte verloren gehen

Ein Kaufangebot hat Nikis Gründer, der frühere Rennfahrer Niki Lauda angekündigt. Außerdem sind die Thomas-Cook-Linie Condor und die Schweizer PrivatAir im Spiel.

Die Bietergemeinschaft Zeitfracht/Nayak will unterdessen nun doch kein eigenes Angebot vorlegen. Das Konsortium des Logistikers und der Wartungsfirma strebe aber Kooperationen mit möglichen Käufern an, sagte ein Sprecher am Donnerstag, ohne Details zu nennen. Die Bietergemeinschaft hat von Air Berlin bereits die Techniksparte sowie die Frachttochter Leisure Cargo übernommen.

Zeitfracht ist raus, Tui bleibt gelassen

Der Reisekonzern Tui sieht die Zukunft seines Ferienfliegers Tuifly nicht bedroht, sollte der Konkurrent Condor Niki übernehmen. Tuifly-Chef Roland Keppler sagte der Deutschen Presse-Agentur, man habe aber Interesse an eventuell frei werdenden Niki-Slots.

Auch Niki Lauda will für Niki bieten. Die Finanzierung will er unter anderem mit Hilfe einer österreichischen Großbank stemmen.

Insolvenzverwalter Flöther bleiben nur wenige Tage Zeit , um einen neuen Käufer zu finden, da andernfalls die wichtigen Start- und Landerechte (Slots) auslaufen.

Eigentlich wollte die Lufthansa Niki zusammen mit weiteren Teilen von der zuvor pleitegegangenen Air Berlin übernehmen. Der deutsche Branchenführer entschied sich aber wegen der kartellrechtlichen Bedenken der EU-Kommission  gegen einen Kauf der österreichischen Tochter, die als werthaltigster Teil von Air Berlin galt. Weil die Lufthansa Niki mit Überbrückungsgeld in der Luft gehalten hatte, musste die Gesellschaft nach dem Scheitern Insolvenz anmelden .

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Insolvente Airlines: Kein gutes Jahr für Niki und Air Berlin

Foto: Rainer Jensen/ dpa

Der frühere Formel-1-Rennfahrer Lauda, der die Airline 2003 gegründet und 2011 an den Mitgesellschafter Air Berlin verkauft hatte, beschwerte sich in der "Bild am Sonntag" indes über die Lufthansa  . Die Kranichlinie hatte mit Erlaubnis der EU-Kommission Niki-Flugzeuge gekauft oder die Leasingverträge übernommen, um den Weiterbetrieb zu sichern. "Das ist ein durchschaubares Spiel", sagte Niki Lauda. "Ohne Flugzeuge ist die Airline nichts wert."

Die Lufthansa betonte allerdings, sie werde die gekauften oder geleasten Maschinen einem neuen Erwerber zu Marktkonditionen zur Verfügung stellen. Das sei die Bedingung der EU-Kommission für die Erlaubnis gewesen. "Selbstverständlich wird sich die Lufthansa-Gruppe an diese Vorgaben halten", teilte der Konzern mit.