Dienstag, 16. Juli 2019

FAQ zur Air-Berlin-Zerschlagung So weiden Lufthansa und Easyjet Air Berlin aus

Maschinen von Lufthansa, Air Berlin

2. Teil: Ist der Deal ein abgekartetes Spiel?

2. Ist der Deal ein abgekartetes Spiel?

Ein Stück weit ja, das gibt auch der Insolvenzverwalter zu. Schon vor der Insolvenz saß die Lufthansa mit am Tisch, als es um den Verkauf von Teilen von Air Berlin ging und hat in der jetzigen Situation einen Vorsprung. Regierungsmitglieder sprachen bereits davon, einen "nationalen Champion" zu erschaffen. Die Bundesregierung mischt in dem Verfahren mit, auch durch den 150-Millionen-Euro-Überbrückungskredit, den sie getilgt haben möchte.

Aktuellen und ehemaligen Bietern stößt der Zerschlagungsprozess übel auf. Eine "gewaschene Kartellklage" kündigte Unternehmer Utz Claassen an, der Air Berlin zusammen mit Luftfahrt-Urgestein Hans Rudolf Wöhrl komplett übernehmen wollte. Nachgerade eine Verschwörung wittert Ryanair Börsen-Chart zeigen-Chef Michael O'Leary. Air Berlin habe nur deshalb Insolvenz angemeldet, damit die Lufthansa die Airline übernehmen könne. So bemängelte auch Willie Walsh, Chef der British-Airways-Mutter IAG, der Bieterprozess sei auf einen Erfolg der Lufthansa zugeschnitten gewesen. IAG hatte zwischenzeitlich ein bindendes Gebot für Teile von Air Berlin abgegeben.

Die Beteiligten sind dennoch überzeugt, dass der Zerschlagungsprozess legal abläuft. Letztlich werden darüber wohl Gerichte entscheiden.

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