Adidas-Konkurrent Under Armour schnappt sich Tennistar Andy Murray

Erneuter Schlag für Adidas: Der Sportartikelhersteller verliert mit Andy Murray einen Sportler an den aufstrebenden US-Konkurrenten Under Armour. Auf einen Bieterwettstreit wie bei Manchester United wollten sich die Herzogenauracher diesmal nicht einlassen.
Erfolgsmoment: Andy Murray nach seinem Wimbledonsieg 2013

Erfolgsmoment: Andy Murray nach seinem Wimbledonsieg 2013

Foto: Kerim Okten/ dpa

Hamburg - Der amerikanische Ausrüster Under Armour drückt bei der internationalen Expansion aufs Gas und macht dem Platzhirschen Adidas  mittlerweile immer stärker Konkurrenz. Neuester Coup der Amerikaner: Die Verpflichtung des schottischen Tennisstars Andy Murray .

Dieser war bislang beim Under-Armour-Konkurrenten Adidas  unter Vertrag, der allerdings zum Jahresende ausläuft. Angesichts der Tatsache, dass Adidas laut Medienberichten offenbar kein Interesse hatte, den auf 15 Millionen Pfund (knapp 20 Millionen Euro) geschätzten Vertrag spürbar zu erhöhen, war in der Branche bereits ein Wechsel Murrays zu einem anderen Ausrüster erwartet worden. Laut "Guardian" soll sich der neue Ausrüstervertrag mit Under Armour in einer ähnlichen Größenordnung wie bei Adidas  bewegen.

Auf einen Bieterwettstreit wie bei Manchester United, wo Under Armour mitbot und Adidas sich letztlich für eine Rekordsumme von fast einer Milliarde Euro für zehn Jahre den Zuschlag sicherte, wollte sich Adidas diesmal offenbar nicht einlassen. Mit gutem Grund: Das Unternehmen hat in diesem Jahr seine Gewinnerwartungen trotz des WM-Titels der deutschen Elf mehrfach zurücknehmen müssen, die Aktie war mit einem Minus von 38 Prozent der schlechteste Einzeltitel im Dax.

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Angesichts der Tatsache, dass sich die Karriere des nun 27-jährigen Schotten dem Ende zuneigt, war erwartet worden, dass Murray sich einen Ausrüster suchen würde, der sein Marketingkonzept mehr auf seine Sportlerpersönlichkeit  ausrichtet.

Zu den größten Erfolgen der aktuellen Nummer sechs der Weltrangliste gehören der Gewinn der US-Open 2012, Wimbledon 2013 sowie der Goldmedallie bei den Olympischen Spielen 2012. Für zusätzliche Markenpublicity dürfte zudem die vor kurzem angekündigte Hochzeit des Tennisstars mit Freundin Kim Sears sorgen.

Für Adidas ist der Verlust des Schotten ein weiteres Zeichen, wie ernstzunehmend die internationalen Ambitionen des erst 1996 vom Football-Spieler Kevin Plank gegründete einstige Sportunterwäsche-Labels sind. In den USA hat Under Armour die Deutschen bereits überholt - und hinter Nike und sich selbst auf Rang drei verwiesen.

Und auch für den deutschen Markt, wo Under Armourab Februar durchstarten will, haben die Amerikaner hohe Ziele und wollen es innerhalb von drei Jahren unter die Top drei schaffen. Auch auf dem Adidas-Kernmarkt Fußball wollen die martialisch auftretenden Amerikaner, die an der Börse mit knapp 15 Milliarden Dollar schon fast so teuer sind wie Adidas, aber nur ein Viertel des operativen Gewinns erwirtschaften, .die Herzogenauracher angreifen.

Bislang stammen allerdings nur rund 8 Prozent der 2,33 Milliarden US-Dollar Jahresumsatz aus dem Ausland. Bis 2020 sollen es 30 Prozent sein, die jenseits von Nordamerika generiert werden. Neben Murray hat Under Armour bereits auch Stars wie die Skifahrerin Lindsey Vonn, den Footballspieler Tom Brady samt Ehefrau Giselle Bündchen sowie den Golfspieler Jordan Spieth unter Vertrag.

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