Montag, 22. April 2019

AB InBev sucht nach antialkoholischen Alternativen Warum ein Bierriese künftig auch Kaffee verkauft

Junge Frau mit Kaffeebecher: Die Trinkgewohnheiten junger Leute haben sich geändert - und die Konzerne passen sich an
Getty Images/Westend61
Junge Frau mit Kaffeebecher: Die Trinkgewohnheiten junger Leute haben sich geändert - und die Konzerne passen sich an

Carlos Brito hat sein Leben dem Bier gewidmet. Seit seinem 29. Lebensjahr ist der AB InBev-Chef, der schon als Student von Brasiliens Bier-Pate Jorge Paulo Leman gefördert wurde, im Brauereigeschäft. Dort hat er - von seiner ersten Stelle bei dem brasilianischen Brauer Brahma an - den Aufstieg zum weltweit führenden Bierkonzern AB InBev miterlebt und mitgestaltet.

Doch das Geschäft mit Bier läuft nicht mehr so wie früher. Zwar ist Bier in den USA noch immer das beliebteste alkoholische Getränk. Doch es verliert an Attraktivität. Alleine im abgelaufenen Jahr ging der US-Absatz laut aktuellen Zahlen des Branchendienstes IWSR um 1,5 Prozent zurück. Gleichzeitig trinken viele mittlerweile lieber Craftbier der tausend Mikrobrauereien des Landes, statt auf klassische AB InBev-Marken wie Budweiser zurückzugreifen.

Unter anderem aus Gesundheitsgründen greifen viele mittlerweile zudem auch zu alkoholfreien Alternativen: Alleine in den USA sank der Alkoholkonsum laut aktuellen Zahlen des Branchendienstes IWSR 2018 um 0,8 Prozent - nach einem Rückgang um 0,7 Prozent im Vorjahr. Auch in Deutschland wird weniger Alkohol getrunken: Die Menge reinen Alkohols, die jeder Bürger ab 15 Jahren im Schnitt jährlich zu sich nimmt, ging laut WHO hierzulande zwischen 2010 und 2016 um 3,4 Prozent auf zuletzt 9,5 Liter zurück.

Weniger Bier, weniger Kalorien, mehr Premium

Eine Entwicklung, die nicht nur AB InBev-Chef Brito, sondern auch andere Alkoholkonzerne zum Umdenken veranlasst hat. Und die sie ihr Heil nun in neuen, teils noch neu zu schaffenden Segmenten suchen lassen.

Dass es Sinn ergibt, abseits von Bier neue Wege zu gehen, hat AB InBev schon vor einiger Zeit gemerkt. So schloss der Brauer, der in Lateinamerika bereits seit Jahren für Pepsi Getränke abfüllt und beim Wasserabfüller Islandic Water investiert ist, 2017 mit dem Kaffeeriesen Starbucks eine Partnerschaft für die Herstellung und dem Vertrieb von dessen Teemarke Teavana. 2017 ging AB Inbev dann noch einen Schritt weiter und kaufte den Bio-Energy-Drink-Hersteller Highball.

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