Dienstag, 21. Mai 2019

Airbus fährt Produktion zurück Warum es für den A380 nun richtig eng wird

Emirates, Lufthansa und Co.: Diese Airlines haben die meisten A380
Emirates

Luftfahrtshow im britischen Farnborough. Wie jedes Jahr geben Fluglinien aus aller Welt milliardenschwere Bestellungen für neue Maschinen bei Airbus und Boeing ab. Auch 2016 wurde bereits zu Beginn der einwöchigen Schau einiges in Auftrag gegeben, weitere Aufträge dürften in den kommenden Tagen folgen. Dass allerdings irgendeine Fluglinie einen Airbus vom Typ A380 bestellen wird, erscheint eher unwahrscheinlich. Damit wird die Luft für den Riesenflieger nun wohl endgültig dünn, wie auch die "Businessweek" in einem aktuellen Artikel schreibt.

Die maue Nachfrage nach dem A380 hat Folgen: Am Dienstagabend meldete Airbus, dass es die Produktion des Fliegers um mehr als die Hälfte zusammenstreicht. Ab 2018 sollen jährlich nur noch zwölf Maschinen des Typs die Werkshallen verlassen. Auf eine Anfrage von manager magazin online zu Produktionskürzungen am Dienstagmittag hatte Airbus zunächst nicht reagiert - und ließ erst am Abend die Katze aus dem Sack.

Die Ankündigung der Produktionskürzung kommt nicht überraschend. Der Absatz des A380, vor rund zehn Jahren als Hoffnungsträger gestartet, enttäuscht seit Jahren. Weit über 1000 Maschinen wollte Airbus in den ersten 20 Jahren der Produktion ursprünglich verkaufen. Zum zehnten Geburtstag wurden bislang aber nur etwas mehr als 300 bestellt, von denen noch nicht einmal 200 ausgeliefert sind.

Übersicht: Diese Airlines haben die meisten A380 in der Flotte

Der Grund: Entgegen den Erwartungen des Herstellers setzen die weitaus meisten Fluglinien auch auf Langstreckenflügen lieber effizientere Maschinen mit lediglich zwei Triebwerken ein. Auch in Farnborough finden diese Maschinen bislang die größte Nachfrage. Neben dem A380 bekommt das beispielsweise auch die 747 von Boeing, der berühmte Jumbo-Jet, zu spüren, der ebenfalls kaum noch geordert wird. Flugzeugbauer Boeing stellt in seinem Ausblick klar, dass sich daran auf absehbare Zeit wohl kaum etwas ändern wird.

Neu sind die Sorgen mit ihren Flaggschiffen für die Flugzeugbauer nicht. Schon vor knapp zwei Jahren sinnierte Airbus-Chef Thomas Enders über die Möglichkeiten, das hauseigene Großflugzeug zu modernisieren. Verschiedene Kunden wie beispielsweise Großabnehmer Emirates hatten darauf gedrängt. Enders jedoch stellte bereits Ende 2014 fest, dass sich eine solche Verbesserung für sein Unternehmen auch rechnen müsse. Der Vorstand werde "nicht zulassen, dass das unseren Gewinn belastet", sagte er.

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