Mittwoch, 23. Oktober 2019

Carsten Kengeter Investmentbanker wird Chef der Deutschen Börse

Der neue Chef der Deutschen Börse: Carsten Kengeter übernimmt im Mai die Führung des Dax-Konzerns

Die Deutsche Börse bekommt im Mai 2015 einen neuen Chef. Der Investmentbanker Carsten Kengeter, der viele Jahre für UBS und Goldman Sachs gearbeitet hat, wird dann die Nachfolge von Reto Francioni antreten.

Frankfurt am Main - Kengeter werde im Mai 2015 auf Francioni nachfolgen, wie Deutschlands größter Börsenbetreiber am Montag mitteilte. Der stellvertretende Vorstandschef Andreas Preuß habe seinen Vertrag dagegen bis Ende Mai 2018 verlängert und werde weiter für das Derivate- und Aktiengeschäft zuständig sein.

Zum Wechsel wird Francioni dann 17 Jahre dem Vorstand der Deutsche Börse AG angehört haben, davon fast zehn Jahre als dessen Vorsitzender.

Das manager magazin hatte bereits in seiner April-Ausgabe über den geplanten Abgang Francionis berichtet, dessen Vertrag eigentlich bis Herbst 2016 läuft. Aufsichtsratschef Joachim Faber habe den Vertrag Francionis nicht verlängern wollen.

Die Deutsche Börse AG sei Francioni "zu allergrößtem Dank" verpflichtet, sagte Faber laut Mitteilung. Francioni habe die Deutsche Börse durch "sehr schwierige Zeiten sicher gesteuert" und das Unternehmen auf der Erfolgsspur gehalten. Nicht zuletzt habe er viele erfolgversprechende Türen in neue Arbeitsgebiete und neue Märkte, insbesondere in Asien, geöffnet.

Francioni selbst erklärte laut Mitteilung: "Alles hat einmal ein Ende, auch wenn es mir nicht leicht fällt, diesen Schritt zu tun. Aber ich bin davon überzeugt, dass er richtig ist und dass auch der Zeitpunkt ein guter ist."

Carsten Kengeter (47) gehöre zu den deutschen Kapitalmarktexperten, die auf eine lange Erfahrung in den internationalen Finanzmärkten zurückblicken können, ist der Aufsichtsrat der Deutschen Börse überzeugt.

Kengeter verantwortete als Managing Director und Partner bei Goldman Sachs zwölf Jahre lang verschiedene Bereiche innerhalb der Abteilung Renten, Währungen und Rohstoffe. Er leitete von 2005 bis 2008 als Co-Head das asiatische Handelsgeschäft der Bank. Ende 2008 übernahm er bei der UBS AG die Verantwortung für den Bereich Zinsen, Währungen, Rohstoffe. Anfang 2009 wurde er Co-CEO der UBS Investmentbank, 2010 bis 2012 deren Chairman und letztlich deren CEO.

Kengeter verließ die UBS Mitte 2013 und engagiert sich seitdem als Gast-Professor an der London School of Economics.

la/rei/dpa

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