Montag, 6. April 2020

Umbau Lufthansa löst IT-Sparte auf und verkauft Rechenzentren an IBM

Lufthansa-Chef Carsten Spohr verkauft die Rechenzentren des Konzerns an IBM und will jährlich jährlich 70 Millionen Euro einsparen

Die Lufthansa will ihre Rechenzentren an IBM verkaufen und ihre IT-Sparte Lufthansa Systems auflösen. 1400 Jobs sollen an den US-Konzern ausgelagert werden. Der Umbau belastet zunächst den Gewinn, soll später aber viel Geld sparen.

Frankfurt am Main - Die Rechenzentren mit derzeit rund 1400 Mitarbeitern würden künftig von dem US-Konzern betrieben, teilte Europas größte Fluggesellschaft am Mittwoch in Frankfurt mit. Sie blieben allerdings in Europa, betonte eine Sprecherin.

Die übrigen 2800 Mitarbeiter der Lufthansa Systems AG sollen künftig in zwei Gesellschaften des Konzerns ihre Software- und Beratungs-Dienstleistungen anbieten.

Die Aktie der Lufthansa Börsen-Chart zeigen reagierte mit einem Kurssprung von fast drei Prozent auf die Nachrichten, lag zuletzt aber nur noch mit 0,62 Prozent im Plus bei 12,14 Euro und damit im Mittelfeld des Dax .

Für die Rechenzentren will die Lufthansa mit IBM einen Service-Vertrag über sieben Jahre schließen und damit jährlich im Schnitt rund 70 Millionen Euro einsparen. Ein entsprechendes Angebot werde jetzt abschließend verhandelt, hieß es.

"Zugriff auf neueste IT-Technologien sichern"

Die Zusammenarbeit mit IBM stärke die Wettbewerbsfähigkeit der Lufthansa insgesamt, sagte Lufthansa-Finanzchefin Simone Menne, die auch dem Aufsichtsrat der Lufthansa Systems AG vorsitzt. Das werde die Kosten senken und den Zugriff auf neueste IT-Technologien sichern.

Der Umbau drückt allerdings auf den Gewinn: Eine Belastung von rund 240 Millionen Euro vor Steuern werde im laufenden Jahr das Nettoergebnis belasten, nicht aber den operativen Gewinn, hieß es. Den Verkauf der Sparte will die Lufthansa Ende März 2015 abschließen. Der Aufsichtsrat muss dem Plan aber ebenso noch zustimmen wie die Kartellbehörden.

Nach aktuellem Verhandlungsstand will IBM laut Lufthansa alle rund 1400 Mitarbeiter übernehmen, davon rund 1000 in Deutschland. Die Standorte Kelsterbach und Budapest sollen bestehen bleiben. Zudem habe IBM zugesagt, auch die übrigen Arbeitsplätze zu erhalten.

Der verbleibende Rest der Sparte Systems wird in zwei eigenständige Gesellschaften unter dem Konzerndach aufgeteilt. So soll der Bereich Airline Solutions weiterhin Spezial-Software anbieten, die konzerneigenen und fremden Fluggesellschaften etwa bei der Planung und dem Management des Flugbetriebs hilft. Die Mitarbeiter des Bereichs Industry Solutions sollen weiterhin konzernfremde Unternehmen bei Computerthemen etwa in der Logistik beraten

rei/dpa

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