Züge und S-Bahnen Das müssen Sie zum Bahn-Streik heute Abend wissen

Ab 18 Uhr treten Bahnmitarbeiter bundesweit in den Streik. Bei Zügen aber auch S-Bahnen müssen Reisende mit Behinderungen rechnen. Die gute Nachricht: Passagiere erhalten bei erheblichen Verspätungen Geld zurück.
S-Bahn in Berlin: Die Gewerkschaft GDL hat zum Streik aufgerufen

S-Bahn in Berlin: Die Gewerkschaft GDL hat zum Streik aufgerufen

Foto: Maurizio Gambarini/ dpa

Hannover - Heute Abend könnte ein Streik zahlreiche Fahrgäste im Feierabendverkehr treffen. Die Gewerkschaft GDL hat ihre Mitglieder aufgerufen, von 18 bis 21 Uhr die Arbeit niederzulegen. Ein neues Angebot der Bahn lehnte sie am Vormittag ab.

Der Warnstreik soll vor allem den Güterverkehr treffen, der abends anläuft, aber auch im Personenverkehr ist mit Zugausfällen zu rechnen. Das gilt auch für die S-Bahnen in Berlin, Hamburg und Leipzig. Zum Warnstreik aufgerufen sind neben Lokomotivführern unter anderem Lokrangierführer und Zugbegleiter.

Der Ausstand betreffe bundesweit alle Verkehrsgesellschaften, sagte GDL-Streikleiter Thomas Gelling in Frankfurt. "Wir rechnen mit ganz erheblichen Ausfällen." Regionale Schwerpunkte gebe es nicht. Der Vorsitzende des GDL-Bezirks Nord, Hartmut Petersen, sagte, er schätzt, dass sich in Hamburg, Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern 70 bis 80 Prozent der GDL-Mitglieder an dem Warnstreik beteiligen würden.

Ein Viertel des Ticketpreises zurück

Falls sich durch den Streik ein Zug um mehr als 60 Minuten verspätet, bekommen die Fahrgäste einen Teil ihres Fahrpreises zurück. Die Bahn könne in diesem Fall keine höhere Gewalt geltend machen, sagte Paul Degott, Reiserechtler aus Hannover. Daher haben Reisende bei einer erheblichen Verspätung Anspruch auf eine teilweise Erstattung des Ticketpreises. So bekommen sie ab 60 Minuten Verspätung 25 Prozent des Reisepreises zurück, ab 120 Minuten sogar 50 Prozent.

Im September vergangenen Jahres hatte der Europäische Gerichtshof (EuGH) entschieden, dass Bahnkunden auch bei höherer Gewalt eine Entschädigung bekommen.

Nicht nur bei der Bahn, auch bei der Lufthansa müssen Reisende weiter mit Streiks rechnen. Der Sprecher der Pilotenvertretung Cockpit, Jörg Handwerg, sagt zwar, es gebe keine parallelen Streiks mit den Lokführern: "Wir wollen Deutschland nicht lahmlegen." Er ließ aber offen, wann die Piloten erneut streiken wollen. Dies werde den Flugpassagieren rechtzeitig mitgeteilt. Bei der Lufthansa sagte eine Sprecherin: "Uns ist keine neue Streikankündigung bekannt."

abl/dpa
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