Donnerstag, 9. April 2020

Wüstenstrom Auch Bilfinger zieht sich aus Desertec zurück

Sonnenstrom aus Afrika: Desertec hält trotz des Ausstiegs vieler Partner an seiner Vision fest und ist auf der Suche nach neuen Unterstützern

Es wird einsam um die Planer des Wüstenstromprojekts Desertec. Nach Siemens, Bosch und Eon zieht sich nun auch der Baukonzern Bilfinger aus dem Projekt zurück. Nur Desertec-Partner RWE hält noch die Stellung.

Düsseldorf - Der Industriedienstleister und Baukonzern Bilfinger zieht sich aus dem Wüstenstrom-Projekt Desertec zurück. "Der Vertrag läuft Ende 2014 aus und wird nicht verlängert", sagte ein Bilfinger-Sprecher am Sonntag und bestätigte einen entsprechenden Bericht des "Handelsblatts" (Montag).

Der Grund sei unter anderem, dass die Industrieinitiative Dii zwar vor vielen Jahren als unternehmerische Initiative gegründet worden sei, um konkrete Projekte anzugehen. Inzwischen habe sie sich aber zu einer verbandsähnlichen Organisation verändert.

Die Dii war am Sonntag für eine Stellungnahme zunächst nicht erreichbar. Gegenüber dem "Handelsblatt" zeigte sich DII-Chef Paul van Son aber optimistisch. "Die Mehrzahl unserer verbleibenden 18 Gesellschafter hat uns jetzt schon gesagt, dass sie bleiben werden", sagte er der Zeitung.

Erst am Freitag war bekannt geworden, dass sich Deutschlands größter Energiekonzern Eon aus dem Gesellschafterkreis der Dii zurückziehen will. Die HSH Nordbank hat sich bereits zum Jahreswechsel verabschiedet. Mit Desertec soll Sonnen- und Windkraft in Nordafrika und im Nahen Osten produziert und zum Teil auch nach Europa exportiert werden. Zum Start der Initiative war von Investitionen in dreistelliger Milliardenhöhe über Jahrzehnte die Rede

la/reuters/dpa

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