Freitag, 6. Dezember 2019

Berater Roland Bergers Marsch in die Fabrik

Berger-Chef Burkhard Schwenker: Das Netzwerk soll ein "beträchtliches Umsatzvolumen" erzielen

Die Unternehmensberatung Roland Berger geht neue Wege. Gemeinsam mit externen Fachleuten will sie künftig ihre Kunden bei technischen Umsetzungsproblemen unterstützen.

Hamburg - Roland Berger erschließt sich ein völlig neues Geschäftsfeld. Unter dem Label "Expert Network" sollen künftig rund 500 Fachleute aus technischen Disziplinen (Ingenieure, Naturwissenschaftler) zu einer Einheit zusammen gefasst werden. Ein Drittel kommt von Roland Berger. Zwei Drittel sollen externe Spezialisten sein: zum Beispiel ehemalige Berater; Industriemanager, die eine neue Aufgabe suchen; oder Forscher, die nicht nur im Labor vor sich hin werkeln sondern in Projekten arbeiten wollen.

Mit diesem Angebot schließt Berger-Chef Burkhard Schwenker eine Lücke. Die Arbeit der Consultants erschöpfte sich bislang oft mit einem reinen Strategieprojekt. Wie sich die Konzepte dann in den Betriebsalltag fügen, welche neuen Prozesstechniken daraus folgen - für die Arbeit an der Fabrikfront wurden die Berger-Leute seltener beauftragt.

Projekt zielt auf Automobil- und Maschinenbau

Das soll nun anders werden. Das Expertennetzwerk zielt vor allem auf den Automobil- und Maschinenbau, mit einem traditionell großen Fertigungsbereich. Es startet im deutschsprachigen Raum, soll anschließend auf weitere Branchen und Regionen ausgedehnt werden. Die Berger-Führung erhofft sich von diesem neuen Marktsegment ein "beträchtliches Umsatzvolumen".

Ein Problem dürfte sein, draußen die richtigen Leute für diesen Job zu finden. Berger will deshalb die Kandidaten umfassend testen. Später sollen sie von der hauseigenen Roland Berger School of Strategy and Economics geschult und zertifiziert werden. Das Institut, das die ehemalige Kanzlerin der Hamburger Universität, Katrin Vernau, leitet, dient bislang in erster Linie der Weiterbildung der Berger-Beschäftigten.

Auch andere Unternehmensberatungen haben sich durch Kooperationen das Geschäft mit praxisbezogenem Knowhow erschlossen. So ist seit Anfang September ein Gemeinschaftsunternehmen von McKinsey und Lufthansa Technik von Hamburg aus am Start. Die neue Firma Lumics, ein 50-50-Jointventure, soll Kunden bei der Optimierung komplexer Produktionsprozesse und der operativen Umsetzung helfen.

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