Montag, 16. September 2019

Bertelsmann-Tochter Arvato muss sich verändern

Arvato-Chef Achim Berg: "Arvato wird sich verändern und seine Organisation, Strategie und Struktur weiterentwickeln müssen"

Achim Berg, der neue Chef der Bertelsmann-Tochter, äußert sich über seine Pläne mit dem Dienstleistungskonzern. Berg will die Macht der Arvato-Manager beschneiden und sie zu einer stärkeren Zusammenarbeit zwingen. Auch der Zuschnitt der Führung soll verändert werden.

Hamburg - In einem Interview mit dem neuen manager magazin (Erscheinungstag: 23. August) spricht der neue Arvato-Vorstandschef Achim Berg (49) erstmals über den organisatorischen und personellen Umbau bei der Bertelsmann-Dienstleistungstochter (Umsatz: 4,4 Milliarden Euro). Arvato betreut unter anderem das Kundenprogramm der Lufthansa Börsen-Chart zeigen, die Anzeigenabrechnung für Google in Europa, aber auch die Verwaltung ganzer Städte.

Wie das manager magazin berichtet, wolle Berg die Macht der Arvato-Manager deutlich beschneiden, indem er sie zu einer intensiveren Zusammenarbeit zwingt.

"Mein Ziel ist es, die Internationalisierung und Innovationsfähigkeit zu fördern, aber zusätzlich auch die Zusammenarbeit", sagte Berg, der vor seinem Wechsel zu Arvato als Deutschland-Chef von Microsoft Börsen-Chart zeigen tätig war. "Entscheidend ist, dass wir starke Lösungsteams und starke Länderchefs haben, die weiterhin sehr unternehmerisch agieren."

Bei Arvato selbst treffen die Veränderungen, die den Einfluss einzelner Manager eingrenzen und jenen der Zentrale stärken, nicht auf einhellige Zustimmung. "Das Unternehmertum ist unsere Stärke, das wird auch in Zukunft so sein", sagt Berg.

Anderer Zuschnitt der Führung

"Aber Arvato wird sich verändern und seine Organisation, Strategie und Struktur weiterentwickeln müssen. Das ist durchaus etwas Positives. Eine engere Zusammenarbeit wurde von den Mitarbeitern auch ausdrücklich gewünscht." Berg selbst sind die "Fragen und kritischen Stimmen" zu seiner Strategie bewusst: "Man kann es nie jedem recht machen."

Die Neuorganisation mache auch einen anderen Zuschnitt der Arvato-Führung erforderlich: "Den künftigen Vorstand werden wir etwas anders aufbauen", sagte Berg, äußerte sich aber nicht konkret über seine Pläne. "Mit der neuen Organisation könnte der Vorstand unter Umständen sogar etwas größer werden."

Die Erwartungen, die sich an den neuen Arvato-Chef knüpfen, sind hoch. Er selbst fühlt sich nicht unter Druck gesetzt: "Es geht nicht darum, schnell sehr viel mehr Umsatz und Gewinn zu machen. Es gibt keinen Grund, irgendetwas zu überhasten." Der Firmenumbau werde "mehrere Jahre dauern, Vorstand und Aufsichtsrat von Bertelsmann wissen das und unterstützen diesen Kurs".

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