Dienstag, 19. November 2019

Roland Berger CEO Schwenker zieht die Zügel straff

Roland Berger in München: CEO Burkhard Schwenker richtet die Firma neu aus, während sich die Verkaufsgespräche hinziehen

Die Unternehmensberatung Roland Berger hat ihre Führung neu organisiert und schlagkräftiger gemacht, mitten in den Gesprächen mit den großen Wirtschaftsprüfungsgesellschaften über einen möglichen Verkauf der Traditionsfirma.

Hamburg - Das sogenannte Global Executive Committee (GEC) wird nach Informationen von manager magazin online auf elf Personen erweitert, um Länder und Regionen stärker einzubinden. So rückt zum Beispiel der Leiter des China-Geschäfts, Wu Qi (45), in den Führungszirkel auf.

Gleichzeitig wurde ein neues Gremium geschaffen. An der GEC-Spitze steht fortan ein operatives Trio aus dem bisherigen CEO Burkhard Schwenker (55), dem Restrukturierungsexperten Bernd Brunke (42) als CFO und einem Chief Operating Officer (COO); diesen Posten bekleidet der Franzose Charles-Edouard Bouée (44), der das wichtige Asiengeschäft der Unternehmensberatung verantwortet.

Das neue GEC beginnt in den nächsten Wochen mit der Arbeit und amtiert bis Ende 2014.

Mit dieser Neuorganisation hat Schwenker die Firma stärker auf sich ausgerichtet, zwei Monate, nachdem er den Chefposten von Martin Wittig (49) übernommen hatte; Wittig hatte den Job aus gesundheitlichen Gründen niedergelegt. Zusätzlich zu seinem CEO-Posten hat Schwenker künftig auch das Amt des Deutschlandchefs inne, um die besondere Bedeutung, die der deutsche Markt für Roland Berger besitzt, zu betonen.

Gespräche mit den drei Kaufinteressenten ziehen sich hin

Schwenker erhofft sich von der Reform, "dass unsere Strategie noch schneller in den Regionen umgesetzt wird", so der Berger-Anführer gegenüber manager magazin online. Nun könne die Consultinggemeinde aus 250 Partnern und rund 2700 Mitarbeitern straffer geführt werden. Unabhängig davon, wie die Verhandlungen mit den Wirtschaftsprüfern letztlich ausgehen.

Die Gespräche mit den drei Kaufinteressenten PricewaterhouseCoopers (PwC), Deloitte und Ernst & Young ziehen sich, Schwenker zufolge, noch hin. "Im Spätherbst", so der Berger-Chef, "könnten entscheidungsreife Konzepte vorliegen".

Neben der neuen Führung haben die Consultants ein Performanceprogramm beschlossen, das der neue COO Bouée umsetzen soll. "Wir möchten den Schwung des guten ersten Halbjahres nutzen und unsere Produktivität weiter verbessern," so Schwenker.

Der Soloweg bleibt nach wie vor eine Option für die Traditionsfirma. "Voraussetzung für einen Verkauf oder eine Kooperation ist, dass wir unsere Branche strategisch voranbringen. Dass wir unseren Klienten noch größeren Mehrwert und allen Mitarbeitern, nicht nur den Partnern, eine noch bessere Perspektive bieten können," sagt Schwenker. "Werden diese Bedingungen nicht erfüllt, marschieren wir alleine weiter."

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