Samstag, 20. Juli 2019

Bertelsmann-Deal Größter Buchverlag der Welt gegründet

Neue verlegerische Heimat: Neben Dan Brown werden auch Günter Grass und Salman Rushdie für den neuen Verlagsriesen schreiben

In trockenen Tüchern: Bertelsmann und Pearson besiegeln die Fusion ihrer Buchverlage zum weltgrößten Anbieter. Das neue Unternehmen Penguin Random House soll in Schwellenländern auf Siegeszug gehen.

Düsseldorf - Bertelsmann und Pearson haben die Gründung des weltgrößten Buchverlags perfekt gemacht. Nachdem die Kartellbehörden den Weg für das neue Unternehmen Penguin Random House frei gemacht hatten, unterzeichneten die Medienunternehmen am Montag die abschließenden Verträge. Gemeinsam wollen Bertelsmann und Pearson künftig in schnellwachsende Märkte wie China, Indien oder Brasilien und in neue Geschäfte investieren.

Der Schulterschluss bringt den beiden Medienkonzerne zudem mehr Schlagkraft gegenüber Konkurrenten wie Amazon Börsen-Chart zeigen, Apple Börsen-Chart zeigen und Google Börsen-Chart zeigen, die den traditionellen Buchhändlern mit Online-Angeboten das Leben schwermachen. "Gemeinsam können und werden wir in einem deutlich signifikanterem Umfang investieren", sagte Bertelsmann-Chef Thomas Rabe.

Bertelsmann hält 53 Prozent an Penguin Random House, das mit mehr als 10.000 Mitarbeitern einen Jahresumsatz von rund drei Milliarden Euro erzielt. Dem britischen Rivalen Pearson Börsen-Chart zeigen gehören 47 Prozent an dem neuen Verlagsriesen, der von Markus Dohle geführt werden wird - seit 2008 an der Spitze der Bertelsmann-Tochter Random House. John Makinson, bislang Chef von Penguin, steht dem Verwaltungsrat vor. In dieses Gremium entsendet Bertelsmann fünf Mitglieder, Pearson vier.

Deutschsprachige Verlagsgruppe ausgeklammert

Sitz von Penguin Random House ist New York. Hier werden die Aktivitäten von Random House und des Pearson-Verlags Penguin in den USA, Kanada, Großbritannien, Australien, Neuseeland, Indien und Südafrika sowie die Penguin-Ableger in China und die Random-House-Verlage in Spanien und Lateinamerika gebündelt.

Da der neue Buchkonzern einen großen Teil seiner Geschäfte mit englischen und spanischen Publikationen macht, ist die deutschsprachige Verlagsgruppe Random House mit Sitz in München dem Unternehmen zufolge jedoch ausgeklammert und verbleibt bei Bertelsmann. Zudem läuft der hiesige Buchmarkt im Vergleich zu anderen Ländern derzeit noch recht stabil - dank fester Buchpreise liegt der Gesamtumsatz der Branche seit Jahren bei zehn Milliarden Euro.

Anders sieht es in Großbritannien oder den USA aus. Online-Versandhäuser wie Amazon luchsen den dortigen Buchhändlern seit Jahren immer mehr Kunden ab. Der Siegeszug der E-Books beschleunigt den Abwärtstrend der Branche zusätzlich. Die Unternehmen erhoffen sich von dem Zusammenschluss, gemeinsam besser auf diese Herausforderungen reagieren und stärker in neue Geschäftsmodelle investieren zu können.

"Durch die Bündelung von Ressourcen, die gemeinsame Expansion und eine größere Reichweite stärken wir eines unserer Kerngeschäfte", erläuterte Rabe. Der Ausbau des digitalen Geschäfts und die Expansion in wachstumsstarke Märkte sind zwei der Kernziele von Bertelsmann, zu dem neben Random House auch Europas größte Fernsehgruppe RTL , der Zeitschriftenverlage Gruner + Jahr und der Mediendienstleister Arvato zählen.

mahi/rtr

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