Deutsche Bahn Großrazzia gegen Fahrkarten-Fälscher

Mit einer Großrazzia sind die Behörden im Rhein-Main-Gebiet gegen eine rund 100-köpfige Bande vorgegangen. Die Täter sollen mit gefälschten Fahrkarten der Deutschen Bahn einen Schaden von mindestens einer Million Euro verursacht haben.
Polizisten bei einer Durchsuchung: Für banden- und gewerbsmäßige Hehlerei droht mindestens ein Jahr Gefängnis

Polizisten bei einer Durchsuchung: Für banden- und gewerbsmäßige Hehlerei droht mindestens ein Jahr Gefängnis

Foto: Matthias Strauß/ dpa

Frankfurt am Main - Rund 500 Beamte der Bundespolizei durchsuchten am Dienstag im Auftrag der Generalstaatsanwaltschaft etwa 100 Wohnungen und andere Räume. Sechs mit Haftbefehl gesuchte Männer im Alter von 23 bis 27 Jahren seien festgenommen worden, berichtete die Behörde.

Ermittelt werde wegen banden- und gewerbsmäßiger Urkundenfälschung, Hehlerei und Diebstahls. Den Ermittlungen zufolge wurden die Bahn-Tickets über ein organisiertes Netzwerk verkauft. Über Hehler-Ketten seien sie bis zum Endkunden gelangt, sagte ein Sprecher der Generalstaatsanwaltschaft.

Seit Mitte 2011 soll die Bande nach Angaben der Behörde täglich bis zu 100 professionell gefälschte Bahn-Tickets abgesetzt haben, die meisten davon Monatsfahrkarten. Dafür sollen die Täter mehr als 20.000 Blanko-Fahrscheine und Fahrscheindrucker der Deutschen Bahn (DB) benutzt haben. Ein ehemaliger Mitarbeiter einer DB-Geschäftsstelle im Taunus soll die Fahrscheinrollen gestohlen haben.

Das Geschäft funktionierte so: Eine Monatskarte für 260 Euro ging für 40 Euro an einen Großhehler, der sie teurer an einen weiteren Hehler verkaufte, bis sie schließlich an bestimmten Treffpunkten den Endkunden verkauft wurde.

Die Ermittlungen richteten sich zunächst gegen die Hehlerkette, sagte der Sprecher. Das Strafmaß für banden- und gewerbsmäßige Hehlerei betrage mindestens ein Jahr Gefängnis. Den Endkunden müsse aber klar sein, dass sie mit einer gefälschten Karte als Schwarzfahrer unterwegs seien.

ts/dpa-afx

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