Donnerstag, 22. August 2019

Li Keqiang in Berlin Deutschland und China als "Traumpaar"

Chinas Ministerpräsident Li Keqiang in Berlin: "Dann entsteht ein Traumpaar"

China hat Deutschland eine privilegierte Partnerschaft in weiten Teilen der Wirtschaft angeboten. "China ist gewillt, diesen Raum bevorzugt Deutschland zu öffnen", sagte Ministerpräsident Li Keqiang. Mit Blick auf die industrielle Produktion ging Li sogar noch weiter.

Berlin - Bei seinem Antrittsbesuch in Deutschland versprach der neue chinesische Ministerpräsident Li Keqiang deutschen Unternehmen neben der engen Zusammenarbeit in der Fertigungsindustrie auch eine bevorzugte Öffnung anderer Bereiche der Wirtschaft wie Logistik, Bildung und Ausbildung sowie dem medizinischen Sektor an. "

Am Morgen hatte Li Keqiang erneut Bundeskanzlerin Angela Merkel getroffen. Li, ein ausgebildeter Ökonom, unterstrich wie am Vortag, dass sein Antrittsbesuch ihn nur in ein einziges EU-Land, nämlich Deutschland geführt habe. Weil das Land mit Deutschland mittlerweile ein Drittel des EU-Handels abwickelt, sucht die Führung in Peking offenbar gezielt eine weitere Vertiefung der Beziehungen.

Die demonstrative Nähe dürfte auch damit zusammenhängen, dass sich Bundeskanzlerin Angela Merkel und Wirtschaftsminister Philipp Rösler vehement gegen EU-Strafzölle auf chinesische Solarpanele aussprachen. Laut einer am Sonntagabend verabschiedeten deutsch-chinesische Erklärung wird das Land eine Handelskammer und eine Investitionsagentur in Deutschland eröffnen.

Siemens-Chef Peter Löscher betonte, chinesische Direktinvestitionen seien mit 1,2 Milliarden Euro immer noch sehr niedrig. Deutsche Firmen hätten mehr als 35 Milliarden Euro in China investiert. Auch Wirtschaftsminister Philipp Rösler betonte, es gebe keine Vorbehalte gegen chinesische Investitionen. Sie seien ausdrücklich willkommen. Geplant ist zudem ein bilaterales Investitionsschutzabkommen.

Li sagt weitere Öffnung zu - und will geistiges Eigentum schützen

Bereits am Vortag hatten Konzerne wie Volkswagen Börsen-Chart zeigen , BASF Börsen-Chart zeigen und Siemens Börsen-Chart zeigen einige Verträge abschließen können. Air China hatte vergangenen Freitag und damit unmittelbar vor dem Besuch Lis 100 Airbusse bestellt. Li betonte, dass die Zusammenarbeit aber über industrielle Produkte hinausgehen könne. "Made in China" sei noch im Entstehen, "Made in Germany" dagegen bereits ausgereift.

"Wenn wir beides ideal und optimal kombinieren, dann entsteht daraus ein Traumpaar", betonte Li. Beide Länder könnten künftig "Hand in Hand" auch Märkte in anderen Staaten erschließen. Li sagte zudem eine weitere Öffnung des chinesischen Marktes für ausländische Firmen zu und versprach einen entschiedenen Kampf für den Schutz geistigen Eigentums.

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