Sonntag, 15. Dezember 2019

Graffiti Bahn will Drohnen gegen Sprüher einsetzen

Besprühter Zug: Der Konzern beziffert den Schaden 2012 auf 7,6 Millionen Euro

Die Deutsche Bahn rüstet auf. Unbemannte Minihubschrauber sollen Graffiti-Sprüher aufspüren und Beweisaufnahmen liefern. Die 60.000 Euro teuren Geräte sollen einen Schaden bekämpfen, der sich laut Bahn im vergangenen Jahr auf 7,6 Millionen Euro belief.

Berlin - Die Deutsche Bahn will Graffiti-Sprüher künftig mit Hilfe kleiner Kamera-Drohnen aus der Luft jagen. In den kommenden Wochen solle die neue Technik getestet werden, bestätigte ein Sprecher des bundeseigenen Konzerns einen Bericht aus der "Bild am Sonntag". Mit Wärmebildkameras sollen Sprüher etwa auf Abstellanlagen für Züge aufgespürt und gefilmt werden.

"Wir müssen neue Wege bei der Graffiti-Bekämpfung gehen", sagte der Sicherheitschef der Bahn, Gerd Neubeck, dem Blatt. Im vergangenen Jahr habe die Bahn rund 14.000 Graffiti erfasst. Der entstandene Schaden liege bei 7,6 Millionen Euro.

Der Flugschreiber der Drohnen solle alle Aufnahmen inklusive Standortdaten gerichtsfest dokumentieren, um Täter juristisch belangen zu können, hieß es. Der neue Hightech-Spürhund mit Logo der Bahn koste 60.000 Euro. In 150 Metern Höhe könne er mit bis zu 54 Kilometern pro Stunde fast geräuschlos fliegen und Ausschau halten. Per Autopilot seien bis zu 40 Kilometer lange Strecken möglich.

Aus Datenschutzgründen solle das Gerät allerdings vorerst nur über Bahngelände eingesetzt werden. Die Bedienungsmannschaft besteht laut "BamS" aus einem Piloten und einem Operator, der die Wärmebilder auswertet.

Größere Flächen könnten in kürzerer Zeit überwacht werden, sagte der Sprecher. Die Drohnen seien aber auch für die Wartung von hohen Brücken oder auf Großbaustellen wie Stuttgart 21 einsetzbar - kurz: überall dort, wo es um luftige Höhen oder große Flächen gehe.

ak/dpa/afp

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