Dienstag, 20. August 2019

Erfolgsserie "Perry Rhodan" "Kein Sex - lieber mehr Außerirdische"

Dauerseller Perry Rhodan: Band 2700 "Der Techno-Mond" erscheint diese Woche - doch Hollywood bleibt dem deutschesten aller Sci-Fi-Helden (noch) verschlossen
Pabel-Moewig Verlag
Dauerseller Perry Rhodan: Band 2700 "Der Techno-Mond" erscheint diese Woche - doch Hollywood bleibt dem deutschesten aller Sci-Fi-Helden (noch) verschlossen

4. Teil: Besetzungslisten für Hollywood: Favorit der Perrynauten ist Brad Pitt

Bei so viel Werktreue wäre natürlich auch ein Film ein Wagnis, zumindest für die eingefleischten Fans. Immerhin müsste der Streifen heutzutage ja nicht mehr so primitiv daherkommen wie die bisher einzige, putzige Perry-Rhodan-Verfilmung eines italienischen Regisseurs aus dem Jahre 1967. Dort sind die Spezialeffekte noch hölzerner als bei "King Kong" von anno 1933.

So können die Perrynauten dem großen Traum denn auch nicht widerstehen: In Foren werden längst Besetzungslisten für eine Hollywood-Produktion ausgetauscht. Favorit für die Rolle des Titelhelden ist kein Geringerer als Brad Pitt. Und natürlich könnte sich Chefredakteur Frick kaum etwas Geschäftsträchtigeres vorstellen als einen Film.

An dem arbeitet seit geraumer Zeit der Regisseur und Produzent Marcus O. Rosenmüller, dessen Firma Casascania seit Jahren die Perry-Rhodan-Filmrechte hält. Erste Ideen wie eine Fernsehserie floppten auch deshalb, weil Perry Rhodan in den USA, dem größten Sci-Fi-Markt dieses Planeten, unbekannt ist. Das reduziere eben die Zahl potenzieller Geldgeber enorm, sagt Rosenmüller.

Das Drehbuch ist fertig

Vor wenigen Tagen aber, sagt der Regisseur von TV-Krimis und Historienfilmen, habe er das Drehbuch für einen Perry-Rhodan-Film beendet. Nun will Rosenmüller Produzenten und Investoren ansprechen, erste Kontakte seien bereits "vielversprechend" verlaufen. Rosenmüller ist optimistisch, in den nächsten 24 Monaten mit den Dreharbeiten zu beginnen.

Zwei Jahre, das sind im Perryversum gut 100 neue Hefte. Bis Perry Rhodan Käpt'n Kirk also die Kinobesucher abspenstig macht, wird er auch im günstigsten Fall noch einige Tausend Lichtjahre zurücklegen müssen.

In einem Punkt dürfte Rhodan aber seinen Konkurrenten Kirk auf ewig überlegen sein: bei schlanken Strukturen. Aus gerade mal fünf Mitarbeitern besteht seine Bodencrew bei VPM in Rastatt, und zwei von ihnen fliegen gar nur halbtags mit. Die elf Autoren, die wöchentlich neue 60-Seiten-Episoden ersinnen, sind nur freie Mitarbeiter.

Dabei dürften alleine die Heftverkäufe pro Jahr noch immer neun Millionen Euro einspielen, Bücher und E-Geschäft nicht mitgerechnet. Angesichts der Personalkosten sind das überaus stabile Erträge. Wer braucht da noch einen Film?

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