Donnerstag, 23. Mai 2019

Erfolgsserie "Perry Rhodan" "Kein Sex - lieber mehr Außerirdische"

Dauerseller Perry Rhodan: Band 2700 "Der Techno-Mond" erscheint diese Woche - doch Hollywood bleibt dem deutschesten aller Sci-Fi-Helden (noch) verschlossen
Pabel-Moewig Verlag
Dauerseller Perry Rhodan: Band 2700 "Der Techno-Mond" erscheint diese Woche - doch Hollywood bleibt dem deutschesten aller Sci-Fi-Helden (noch) verschlossen

2. Teil: Folge 2700 erscheint diese Woche - Druckauflage hat Milliardengrenze geknackt

Geschlagen geben wollen sich die Macher von "Perry Rhodan" aber noch nicht. Mit immer neuen Formaten kämpft der Verlag Pabel-Moewig - eine Tochter der Bauer Media Group ("Bravo", "Cosmopolitan", "Golf World") - darum, seinen unsterblichen Helden vor dem geschäftlichen Ableben zu bewahren. Zwei große Schwächen plagen das Perry-Business von VPM: die biologische Uhr der Leserschaft und der Erfindungsreichtum seiner Autoren.

Dem terranischen Weltraumreisenden des Jahres 1514 Neuer Galaktischer Zeitrechnung geht es wie (fast) allen anderen Druckerzeugnissen im 21. Jahrhundert nach Christus: Die Auflage bröckelt. Mehr als 100.000 Hefte pro Woche setzte der Verlag zu Hochzeiten ab. Heute sind es noch etwa zwei Drittel davon.

Perry-Leser sind zwar treu und kaufen oft seit Jahrzehnten Freitag für Freitag ihr neues Heftchen. Das gab es einst für 70 Pfennige, heute sind 2,60 Euro fällig, also der Preis eines Cappuccinos. Aber Perrys Fans werden auch immer älter, und junge wachsen kaum noch nach.

Das liegt auch daran, dass die Macher die Komplexität ihres Werkes kaum noch bändigen können. 2699 Folgen sind bisher erschienen, mehr als 160.000 Seiten also. Allein in Deutschland hat die Druckauflage die Eine-Milliarde-Schwelle überschritten. Aufeinander getürmt reichen alle jemals gedruckten Perry-Rhodan-Hefte angeblich bis zum Mond.

Allein die Zahl der verschiedenen Alien-Völker wie Arkoniden oder Topsider, mit denen es der Titelheld schon zu tun hatte, geht in die Hunderte. Das "Perryversum" ist zu einer Welt gewuchert, die es für Späteinsteiger fast unmöglich macht, sich hineinzufinden.

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