Dienstag, 22. Oktober 2019

Gewinnsprung Pimco beflügelt Allianz-Konzern

Versicherungskonzern mit Vermögensverwalter: Der Konzerngewinn der Allianz-Gruppe ist im ersten Quartal um 20 Prozent gestiegen

Die Allianz-Gruppe kann auf ihren Vermögensverwalter bauen: Pimco hat sein Ergebnis fast verdoppelt und ist damit nahezu allein für den Gewinnsprung des Konzerns verantwortlich. Das Versicherungsgeschäft läuft bei weitem nicht so gut. Insofern will die Allianz ihre Prognose nicht erhöhen.

München - Der Vermögensverwalter Pimco beflügelt den Versicherungskonzern Allianz. Die Asset-Management-Sparte steigerte ihr operatives Ergebnis im ersten Quartal um fast die Hälfte auf 900 (Vorjahr: 613) Millionen Euro und war damit fast allein für den Gewinnsprung des Konzerns verantwortlich.

Der Versicherer sprach am Mittwoch von einem herausragenden Quartal in der Vermögensverwaltung. Allein Pimco sammelte von Januar bis März mehr als 40 Milliarden Euro frische Gelder von externen Investoren ein, ein Jahr zuvor waren es 22 Milliarden. Insgesamt verwaltet die Allianz nun 1,93 Billionen Euro, davon 417 Milliarden Euro eigene Mittel.

Im Konzern stieg der operative Gewinn um 20 Prozent auf 2,8 Milliarden Euro, der Nettogewinn nach Anteilen Dritter um 24 Prozent auf 1,4 Milliarden Euro. Der Umsatz von 32 Milliarden Euro war der höchste in der Firmengeschichte, ein Plus von 6,6 Prozent.

"Das ist ein vielversprechender Jahresauftakt", sagte Finanzvorstand Dieter Wemmer. "Alle Segmente lieferten starke Ergebnisse, dank unserer Anstrengungen der vergangenen Jahre." Vorstandschef Michael Diekmann warnte aber davor, den Gewinn auf das Gesamtjahr hochzurechnen. Die Marktrisiken seien hoch, und das erste Quartal war ungewöhnlich arm an Naturkatastrophen.

Schaden-/Unfallsparte stellt Lebens- und Krankensparte in den Schatten

Somit bleibt es bei der Erwartung eines operativen Gewinns von 9,2 Milliarden Euro mit einer Abweichung von 500 Millionen Euro nach oben oder unten. "Wir sind zuversichtlich, dass wir auch im weiteren Verlauf des Jahres 2013 profitabel wachsen werden."

In der Schaden- und Unfallversicherung wuchs das operative Ergebnis im ersten Quartal um 11,5 Prozent auf 1,3 Milliarden Euro, der Umsatz kletterte auf 15,2 Milliarden Euro. Preiserhöhungen und geringe Schäden aufgrund ausbleibender Naturkatastrophen trugen dazu bei. "Das erste Quartal war für die Schaden- und Unfallversicherung eines der besten Quartale seit einigen Jahren", sagte Wemmer. Die Allianz drückte die Schaden-Kosten-Quote auf 94,3 von 96,2 Prozent.

Die Lebens- und Krankenversicherung steigerte ihren Umsatz vor allem mit fondsgebundenen Policen um 8,3 Prozent auf 14,8 Milliarden Euro. In vielen Ländern gab es zweistellige Zuwachsraten. Das operative Ergebnis stieg hingegen lediglich nur um 3,6 Prozent auf 855 Millionen Euro. Die Märkte blieben wegen der niedrigen Zinsen schwierig, sagte der Finanzvorstand.

In ihrem Neugeschäft erzielte die Allianz eine Gewinnspanne von 1,8 Prozent - was aus Sicht von Wemmer angesichts des Marktumfeldes ein gutes Ergebnis ist. Um sich von jahrzehntelangen Gewinnversprechen zu befreien, will die Allianz im Sommer aber neue Modelle für die Lebensversicherung vorstellen, bei denen der Garantiezins nur noch für die erste Zeit festgesetzt und danach neu berechnet wird.

Bereits bei der Hauptversammlung in der vergangenen Woche hatte die Allianz die Eckdaten für das Quartal vorgelegt, dabei aber keine Details für die einzelnen Sparten genannt.

rei/dpa/rtr

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