Montag, 9. Dezember 2019

Preisabsprachen Kartoffel-Kartell scheffelte Millionen

Preisabsprachen bei Kartoffeln: Zeitweise soll sich die Gewinnmarge mitunter verzehnfacht haben - vor allem auf Kosten der Verbraucher

Die Teilnehmer am Kartoffel-Kartell sollen Medienberichten zufolge durch widerrechtliche Preisabsprachen Millionengewinne gescheffelt haben. Im Visier des Kartellamts sind neun Unternehmen: Wegen der Preisabsprachen haben Verbraucher im Supermarkt offenbar weit mehr bezahlt als notwendig.

München - Seit der Gründung des Kartells vor etwa zehn Jahren hätten die Mitglieder Verbraucher und Bauern um mehr als 100 Millionen Euro geschädigt, berichtet die "Süddeutsche Zeitung" (SZ) in ihrer Samstagausgabe unter Berufung auf einen Branchen-Insider. Laut "Bild"-Zeitung (Samstagausgabe) sollen die neun verdächtigen Unternehmen über zehn Jahre hinweg sogar rund eine Milliarde Euro Verdienst zu Unrecht verschafft haben.

Das Bundeskartellamt teilte am Freitagabend mit, Ermittlungen wegen des Verdachts von Preisabsprachen bei der Erzeugung und beim Vertrieb von Kartoffeln eingeleitet zu haben. Die Behörde habe deshalb neun Unternehmensstandorte durchsucht. Zudem sei die Wohnung einer verdächtigen Person überprüft worden.

Gegen weitere fünf Unternehmen seien schriftlich Bußgeldverfahren eingeleitet worden. Die Namen der mutmaßlichen Kartellsünder nannten die Wettbewerbshüter wie üblich nicht. An der Durchsuchungsaktion waren den Angaben zufolge insgesamt 30 Mitarbeiter des Bundeskartellamtes beteiligt, die von Kräften der örtlichen Kriminalpolizei unterstützt wurden.

Laut "SZ" sollen 80 bis 90 Prozent der großen und größeren Verarbeitungsbetriebe in der Kartoffel- und Zwiebel-Branche regelmäßig die Preise abgesprochen haben, zu denen die Supermarkt-Ketten beliefert wurden. Zeitweise solle sich die Gewinnmarge mitunter verzehnfacht haben, vor allem auf Kosten der Verbraucher. Diese sollen in den Supermärkten weit mehr gezahlt haben als notwendig. Auch für die Pflanzkartoffeln, die an die Bauern verkauft werden, sollen weit überhöhte Preise verlangt worden sein, berichtet die Zeitung.

la/reuters

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