Samstag, 25. Mai 2019

Großoptiker Fielmann wächst langsamer als gewollt

Optikerkette Fielmann: 2012 jede zweite Brille in Deutschland verkauft

Die Optikerkette Fielmann entwickelt sich weiterhin besser als der Branchenschnitt. Dennoch stößt das Wachstum an gewisse Grenzen. Im Hörgerätemarkt sind Immobillien und Personal knapp, im europäischen Ausland findet der Konzern keine passenden Übernahmeziele.

Hamburg - Die Optikerkette Fielmann hat trotz höherer Marktanteile den Gewinn zum Jahresauftakt kaum steigern können. Der Konzernumsatz legte im ersten Quartal um 2,3 Prozent auf 277,8 Millionen Euro zu, wie der Hamburger Konzern am Donnerstag mitteilte. Der Vorsteuergewinn wuchs lediglich um 0,5 Prozent auf 47,1 Millionen Euro.

Unter dem Strich verdiente Fielmann wie im Vorjahresquartal 33,7 Millionen Euro. Damit lagen die Ergebnisse im Rahmen der Analystenschätzungen. Der lange Winter und drei Verkaufstage weniger als im Vorjahr hätten sich bemerkbar gemacht, erklärte Fielmann.

Den Marktanteil konnte Fielmann Börsen-Chart zeigen jedoch steigern: Die Optikerkette verkaufte wie im Vorjahr 1,7 Millionen Brillen, gleichzeitig schrumpfte der gesamte Brillenmarkt dem Konzern zufolge jedoch um mehr als 5 Prozent. Fielmann sei zuversichtlich, seine Marktposition auszubauen, bekräftigte der Konzern.

Dividende zum achten Mal in Folge erhöht

Aufgrund des Wachstums im Gesamtjahr 2012 kündigte Konzernchef Günther Fielmann indes erneut eine Dividendenerhöhung an - die achte in Folge. 2,70 Euro sollen die Aktionäre, vorbehaltlich der Zustimmung durch die Hauptversammlung, künftig für einen Anteilsschein erhalten. 2012 hatte Fielmann einen Konzernumsatz von 1,11 Milliarden Euro (Vorjahr: 1,05 Milliarden) und einen einen Jahresüberschuss von 129,7 Millionen Euro (Vorjahr: 125,4 Millionen) verzeichnet.

Dass Fielmann auch in diesem Jahr wachsen wird, davon geht die Konzernführung fest aus. Allerdings stößt das Unternehmen dabei auch immer wieder an Grenzen.

Im Hinblick auf das Wachstumsgeschäft mit Hörgeräten, das der Brillenkonzern seit wenigen Jahren zu erschließen versucht, habe Fielmann zwar Fortschritte verzeichnet - so seien bislang 86 Hörgeräteabteilungen eröffnet worden. Dennoch werden die Wachstumsbestrebungen durch zwei Faktoren gebremst. "Es ist schwierig, die richtigen Lagen zu finden", sagte der Konzernchef auf der Bilanzpressekonferenz. Die ideale Immobilie mit Fahrstuhl und mehreren Stockwerken zur Trennung des Brillen- und Hörgerätegeschäfts sei nicht überall verfügbar. "Es ist auch eine grundsätzliche Herausforderung, gute Auszubildende zu bekommen, die Hörgeräte-Akkustiker werden wollen."

Trotz der Schwierigkeiten plant Fielmann, die Anzahl der Hörgeräteabteilungen in den kommenden fünf Jahren auf dann 200 zu erhöhen. Bis dahin soll das Hörgerätegeschäft nach Aussage des Firmengeschäfts rund 60 Millionen Euro zum Umsatz beitragen.

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