Samstag, 24. August 2019

Telekom am Ziel MetroPCS-Aktionäre segnen Fusion mit T-Mobile ab

Metro PCS-Zentrale in Richardson: Auch die Aktionäre haben der Fusion mit T-Mobile mehrheitlich zugestimmt

Die Deutsche Telekom kann ihre Mobilfunktochter T-Mobile USA mit dem US-Rivalen MetroPCS zusammenlegen. Die Aktionäre von MetroPCS sprachen sich auf ihrer Hauptversammlung für die Fusion aus. Die Telekom kommt damit auf rund 42 Millionen Kunden in den USA.

Richardson - Die Anteilseigner von MetroPCS haben am Mittwoch auf einer Hauptversammlung in der texanischen Stadt Richardson mehrheitlich für die Fusion. Die Deutschen Telekom will mit dem vor gut einem halben Jahr angekündigten Deal ihrem kriselnden US-Ableger die nötige Größe verleihen, um auf dem hart umkämpften Mobilfunkmarkt mithalten zu können.

Die Zustimmung der Aktionäre war die letzte Hürde, nachdem die zuständigen Aufsichtsbehörden schon zuvor grünes Licht gegeben hatten. Kurz vor dem Aktionärstreffen besserten die Bonner ihre Offerte noch einmal nach, um Kritikern den Wind aus den Segeln zu nehmen.

Die Deutschen Telekom Börsen-Chart zeigen reagierte dann auch sofort auf die Meldung aus Texas. T-Mobile USA werde voraussichtlich zum 1. Mai mit dem kleineren Anbieter MetroPCS verschmelzen, teilten die Bonner am Mittwoch mit. "Das ist ein großer Schritt für die Deutsche Telekom", erklärte Konzernchef René Obermann in Bonn. Der Zusammenschluss sei "enorm wichtig, um in den USA mit mehr Kraft angreifen zu können". Die Telekom-Tochter ist die Nummer vier im US-Markt, MetroPCS die Nummer fünf. Das Geschäft wird von den Marktführern Verizon Börsen-Chart zeigen und AT&T dominiert.

Schwere Probleme auf dem US-Markt

T-Mobile USA litt bis zuletzt unter einer Abwanderung von Vertragskunden, wenngleich sich die Abwanderung bereits verlangsamte. Durch die gemeinsame Nutzung der Netze soll endgültig die Wende gelingen. Zudem hatte T-Mobile USA neue Tarife eingeführt und bietet Apples iPhone an, das mit Abstand gefragteste Smartphone in den USA. Das Fehlen des iPhone galt mit als Grund für den Kundenschwund.

Die Deutsche Telekom hatte vor zwei Wochen ein verbessertes Fusionsangebot vorgelegt und damit widerspenstige Großaktionäre von MetroPCS überzeugt. Das Scheitern hätte sich die Telekom kaum leisten können: Vor eineinhalb Jahren hatten die US-Wettbewerbshüter den 39 Milliarden US-Dollar (30 Milliarden Euro) schweren Verkauf von T-Mobile USA an AT&T verhindert.

Nun liegen nach Angaben der Bonner alle nötigen Genehmigungen für die Fusion vor. Die Deutsche Telekom wird 74 Prozent an der neuen Gesellschaft halten, die restlichen 26 Prozent entfallen auf die Anteilseigner von MetroPCS. Eineinhalb Jahre darf die Telekom auch keine Anteile verkaufen, das hatte sie im Vorfeld zugesichert.

Der Druck auf die Telekom, eine Lösung in den USA zu finden, hatte zugenommen. So gewann AT&T im ersten Quartal 296.000 Vertragskunden im Mobilfunkgeschäft hinzu, wie der Konzern am Dienstag nach US-Börsenschluss mitteilte. Auch der Gewinn stieg leicht auf unterm Strich 3,7 Milliarden Dollar.

Der drittgrößte Mobilfunker Sprint konnte seine Verluste immerhin auf 643 Millionen Dollar eindämmen, wie er am Mittwoch erklärte. Um Sprint tobt gerade ein Übernahmekampf. Der Satellitenfernsehanbieter Dish Networks bietet 25,5 Milliarden Dollar (19,5 Milliarden Euro) für die volle Kontrolle, der japanische Kommunikationskonzern Softbank 20,1 Milliarden Dollar für einen Anteil von 70 Prozent.

la/kst/reuters/dpa-afx

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