Freitag, 21. Februar 2020

Warnstreik Bodenpersonal legt Lufthansa lahm

Machtdemonstration: Streikende am Frankfurter Flughafen

Fast nichts geht mehr auf deutschen Flügen der Lufthansa. Der angekündigte Warnstreik des Bodenpersonals hat am Montagmorgen begonnen. Die Fluggesellschaft will nur wenige Verbindungen planmäßig anbieten.

Frankfurt am Main - Am Morgen blieben zahlreiche Maschinen von Deutschlands größter Fluggesellschaft in ihren Parkpositionen stehen. "Mit Schichtbeginn hat der Warnstreik an sämtlichen großen deutschen Flughäfen begonnen", sagte Verdi-Sprecherin Martina Sönnichsen am Montag.

In Frankfurt, dem größten Flughafen in Deutschland, hätten 2000 Lufthansa-Angestellte die Arbeit niedergelegt, ergänzte Gerold Schaub, Sprecher von Verdi Hessen. "Der Streik läuft seit heute morgen um 5.00 Uhr bis zur Schließung des Flughafens in der Nacht."

Im Zuge des Ausstands hat die Lufthansa ihren Flugplan radikal zusammengestrichen. Von den insgesamt vorgesehen mehr als 1700 Flügen können zu Wochenbeginn nur etwa 30 angeboten werden. So sollen von den über 1650 Kurzstreckenverbindungen gemäß dem Sonderflugplan lediglich etwa 20 stattfinden. Auch bei den Langstreckenflügen kommt es zu zahlreichen Ausfällen.

In Frankfurt werden von 50 geplanten Interkontinentalflügen voraussichtlich sechs starten, in München bleiben von 17 geplanten Verbindungen nur drei im Sonderflugplan erhalten. In Düsseldorf können dagegen alle drei geplanten Langstreckenflüge wie vorgesehen verkehren.

Ein Sprecher der Lufthansa geht davon aus, dass viele Reisende ihren Flug erst gar nicht antreten werden und sich rechtzeitig um eine Alternative gekümmert haben. "Viele Kunden werden erst gar nicht kommen", sagte er. Die Lufthansa habe die Reisenden frühzeitig über die Ausfälle informiert, betonte er. Die Airline bietet unter www.lufthansa.com oder unter der Telefonnummer 0800 850 60 70 Informationen über den Status der Flüge an.

Mit dem Ausstand verschärfte Verdi nochmals die Gangart im Tarifstreit mit der Lufthansa, nachdem es im März bereits erste Warnstreiks gegeben hatte. Lufthansa hatte am Mittwoch erstmals ein Angebot vorgelegt, das Verdi aber als nicht verhandlungsfähig ablehnt. In dem Tarifstreit geht es um die Gehälter von rund 33.000 Beschäftigten bei Lufthansa Cargo, Lufthansa Technik, Lufthansa Systems sowie der Lufthansa-Mitarbeiter am Boden und in der Kabine. Zwei weitere Verhandlungstermine sind bereits für den 29./30. April sowie für den 2./3. Juni angesetzt.

ak/rtr

© manager magazin 2013
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung