Neue Aktionärsstruktur EADS-Aktionäre nicken Konzernreform ab

Freie Bahn für Major Tom: Die neue Aktionärsstruktur beim Luft- un Raumfahrtkonzern EADS ist bewilligt. Spanien baut seinen Anteil ab, ebenso wie Daimler und Lagardere. Tom Enders - der als Verlierer der gescheiterten Fusion mit BAE galt - übernimmt das Steuer.
EADS-Chef Tom Enders: mehr Macht für "Major Tom"

EADS-Chef Tom Enders: mehr Macht für "Major Tom"

Foto: Kay Nietfeld/ dpa

Amsterdam - Die Eigner des Luft- und Raumfahrtkonzerns EADS haben die Reform der Aktionärsstruktur abgewinkt. Demnach wird künftig Deutschland ebenso wie Frankreich einen Anteil von 12 Prozent am stimmberechtigten Kapital halten. Spanien baut indes seinen Anteil voraussichtlich auf 4 Prozent ab und trennen sich von 1,15 Prozent an dem paneuropäischen Konzern. Das klamme Land kann damit schneller als erwartet rund 400 Millionen Euro erlösen.

Die am Mittwoch auf der außerordentlichen Hauptversammlung in Amsterdam beschlossenen Änderungen sollen nach Ostern in Kraft treten. Sie sollen den Airbus-Mutterkonzern nach der geplatzten Fusion mit dem britischen Rivalen BAE Systems unabhängiger von der Politik machen. Der neu gewählte Verwaltungsrat soll ebenfalls nach Ostern den Ex-Chef des französischen Rüstungskonzerns Thales, Denis Ranque, zu seinem Vorsitzenden bestimmen. Sein scheidender Amtsvorgänger Arnaud Lagardere gab dem deutschen EADS-Vorstandschef Tom Enders die besten Wünsche mit auf den Weg. "Alles Gute, Tom. Du bist jetzt am Steuer - keine leichte Aufgabe, aber so weit so gut."

Die vor 13 Jahren aus verschiedenen Vorläufern in Frankreich, Deutschland und Spanien zusammengeschmiedete Konzern war häufig Anlass zu Gezänk zwischen den Staaten beiderseits des Rheins. Enders betonte vor den Aktionären, die neuen Regeln begrenzten nun den staatlichen Einfluss. Die Staaten seien fortan Regulierer oder Kunden. Das Management sei unabhängig, obwohl die direkten Staatsbeteiligungen auf 28 Prozent von zuvor 20 Prozent anschwellen, um die Neuaufstellung zu ermöglichen.

Rösler lobt Reform

Die privaten Großaktionäre Daimler  und Lagardere  ziehen sich zurück, um sich auf ihr Kerngeschäft zu konzentrieren. Der Bund übernimmt einen Teil der Daimler-Aktien. Der Stuttgarter Autobauer erklärte, der Ausstieg erhöhe den operativen Gewinn um 2,7 Milliarden Euro. Wann genau der Verkaufserlös fließe, sei noch nicht klar.

Bundeswirtschaftsminister Philipp Rösler begrüßte die Vereinbarung als "klaren Beschluss hin zu einer stärkeren marktwirtschaftlichen Ausrichtung des Unternehmens ausdrücklich". Sie sei zudem ein wichtiger Beitrag für den Industrie- und Innovationsstandort Deutschland.

Enders versicherte, der anstehende Aktienrückkauf von bis zu 15 Prozent der Anteile beeinträchtige die Wachstumsaussichten, Investitionspläne und die künftige Dividendenpolitik nicht. EADS  werde nicht mehr als ein Drittel seiner überschüssigen Barschaft dafür ausgeben und deutete damit an, nicht mehr als vier Milliarden Euro aufzuwenden. Derzeit beträgt die Bar-Kasse des Konzerns gut 12,2 Milliarden Euro.

mahi/rtr
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