Mittwoch, 24. Juli 2019

Gagfah Schwarze Zahlen und Chefwechsel

Grau in grau: Der neue Chef Zinnöcker soll auch das Image von Gagfah aufbessern

Die Gagfah kündigt nun offiziell den Chefwechsel an: Thomas Zinnöcker übernimmt bei dem Immobilienunternehmen das Steuer. Im vergangenen Jahr kehrte Gagfah auch unter dem Strich wieder in die schwarzen Zahlen zurück. Eine Dividende erhalten die Aktionäre trotzdem nicht.

Hamburg - Jetzt ist es offiziell: Der Ex-GSW-Chef Thomas Zinnöcker wird zum 16. April Stephen Charlton an der Spitze der Gagfah ablösen. Das geht aus dem Geschäftsbericht des Unternehmens hervor, der heute veröffentlicht wurde. manager magazin online hatte den Wechsel bereits vor Tagen exklusiv publik gemacht.

Nach einem Verlust von 17,9 Millionen Euro im Jahr zuvor, sei 2012 wieder ein Überschuss von 47,7 Millionen Euro herausgekommen, teilte Gagfah Börsen-Chart zeigen am Freitag mit. Eine Dividende für die Aktionäre der im MDax Börsen-Chart zeigen notierten Gesellschaft soll es aber nicht geben. Gagfah ist gerade dabei seine Finanzierung auf neue Beine zu stellen und will das Geld daher lieber im Unternehmen behalten und auch für Investitionen vorhalten.

Vor einem Jahr stand Gagfah wegen des Abgangs seines Vorstandschefs und einer Milliardenklage der Stadt Dresden in den Schlagzeilen. William Joseph Brennan waren laut Medienberichten Insidergeschäfte vorgeworfen worden, die das Unternehmen aber stets bestritten hat. Mit der Stadt Dresden einigte sich Gagfah mittlerweile auf einen Vergleich.

Image soll verbessert werden

Künftig soll Thomas Zinnöcker mit seinem guten Ruf das Image von Gagfah aufpolieren, heißt es im Geschäftsbericht. 2012 lief es wirtschaftlich noch nicht ganz rund: So verbuchte die Gesellschaft bei der für die Immobilienbranche wichtigen operativen Kenngröße Funds from Operations ohne Verkäufe (FFO I) einen Rückgang: und zwar von 113,6 Millionen auf 96,7 Millionen Euro. Diese Kennzahl bildet die aus dem operativen Geschäft erzielten Finanzmittel ab und ist für die Dividende maßgeblich.

Dafür legte aber der Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen Ebitda von 326,5 auf 343,8 Millionen Euro zu. Auch konnte die Gesellschaft die Nettokaltmiete pro Quadratmeter von 5,11 auf 5,15 Euro steigern, zudem schrumpfte der Leerstand: 95 Prozent der Objekte waren 2012 vermietet, 0,1 Prozentpunkte mehr als im Jahr zuvor.

Mit dem Jahresauftakt zeigte sich die Gesellschaft zufrieden. Die Refinanzierung eines Immobilenportfolios, das Gagfah ursprünglich einmal verkaufen wollte, sei erfolgt und bei den Verhandlungen über einen weiteren Kredit gebe es wesentliche Fortschritte. Im laufenden Jahr will Gagfah die Mieteinnahmen steigern und die Leerstandsquote weiter drücken. Aus dem Verkauf von Immobilien sollen Erlöse zwischen 155 und 170 Millionen Euro herausspringen. Bei der Kennzahl FFO hat sich das Unternehmen je Aktie ein Plus von 5 bis 10 Prozent vorgenommen.

cr/dpa-afx

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