Dienstag, 17. September 2019

Geldanlage Wie man den Index schlägt

Auf der Jagd nach dem Delta: Nur wenige Profis schlagen den Vergleichsindex. Viele Anleger ziehen daher Indexfonds einem aktiv gemanagten Fonds vor

2. Teil: Klare Kriterien zur Auswahl aktiv gemanagter Fonds

Nun allerdings wirft eine Studie der Berliner Ratingagentur Scope die Frage auf, ob Anleger tatsächlich mit Indexfonds immer am besten fahren. Analyst Sasa Perovic hat alle jene aktiv gemanagten Fonds miteinander verglichen, die langfristig besser als ihr Vergleichsindex abschneiden und dabei eine Reihe von Gemeinsamkeiten entdeckt.

Sein Fazit: "Es ist durchaus möglich, jene aktiv verwalteten Fonds zu identifizieren, die Outperformance-Potenzial haben und langfristig auch gegenüber ETFs überdurchschnittliche Renditen einfahren können."

Das wichtigste Kriterium: ein Manager muss mit seinem Fonds über mindestens fünf, besser zehn Jahre hinweg besser als der Index abgeschnitten haben - und zwar auch in turbulenten Kapitalmarktphasen. "Eine kurzfristige Outperformance über einen Zeitraum von ein oder zwei Jahren kann allein auf Glück beruhen, ein langfristiger Erfolg deutet jedoch sehr stark daraufhin, dass hier ein wirklich erfahrener Manager am Werk ist", sagt Perovic.

Dies gelte insbesondere dann, wenn der Fonds auch bei einem Crash wie im Herbst 2008 besser als der Index abgeschnitten hat. "Dies zeigt, dass der Fondsmanager eine adäquate Risikovorsorge betreibt", sagt der Analyst. Für Anleger ist es relativ einfach, diese Investmentvehikel zu identifizieren. Internetportale wie Onvista.de Börsen-Chart zeigen zeigen die Performance eines Fonds im Vergleich zu seiner Benchmark über fünf, zehn oder sogar 15 Jahre hinweg.

Kontinuität gefragt

Vorsicht ist allerdings immer dann angebracht, wenn der Manager eines überdurchschnittlich erfolgreichen Fonds ausscheidet. "Ob sein Nachfolger ebenso erfolgreich agieren wird, wissen die Anleger erst, wenn er mindestens fünf Jahre im Amt ist", sagt Perovic. Das Problem dabei: Kapitalanlagegesellschaften teilen ihren Kunden meist nicht mit, wenn ein Top-Fondsmanager zur Konkurrenz wechselt. Deshalb sollten Anleger die jeden Monat auf den Internetseiten der Anbieter veröffentlichten Factsheets ihrer Fonds lesen.

Darin steht auch der Name des Fondsmanagers. Ändert sich der, sollten die Investoren hellhörig werden. "Sie sollten bei der Kapitalanlagegesellschaft nachfragen, welche Fonds der neue Manager bisher verwaltet hat", rät der Münchner Fachanwalt für Kapitalanlagerecht Peter Mattil. Anschließend sollten die Anleger vergleichen, ob diese Fonds in der Vergangenheit besser oder schlechter als ihre Benchmark abgeschnitten haben.

Die zweite Auffälligkeit: Aktiv gemanagte Fonds, die überdurchschnittliche Renditen erzielen, werden fast immer von Kapitalanlagegesellschaften aufgelegt, die eigene Researchabteilungen haben und nicht nur mit Studien anderer Gesellschaften arbeiten. "Je mehr Aufwand ein Anbieter betreibt, um die Märkte zu analysieren und neue Trends frühzeitig zu entdecken, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit, dass seine Fonds den Index schlagen", sagt Perovic.

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