Donnerstag, 23. Mai 2019

Kartellamt Asklepios darf Rhön-Beteiligung ausbauen

Rhön-Klinikum-Sitz in Bad Neustadt: Das Gezerre um den Klinikbetreiber geht weiter

Neue Wende im Übernahmekampf um Rhön-Klinikum: Asklepios darf seinen Anteil nun doch auf bis zu 10,1 Prozent aufstocken, wenn auch unter Auflagen. Sollte der Krankenhausbetreiber die Beteiligung erhöhen, würde das Unternehmen über eine Sperrminorität verfügen.

Frankfurt am Main - Der Krankenhauskonzern Asklepios darf seine Beteiligung am Rivalen Rhön-Klinikum erhöhen und kann eine Übernahme der fränkischen Klinikkette damit dauerhaft verhindern. Das Bundeskartellamt habe eine Aufstockung des Asklepios-Anteils an Rhön auf mehr als 10 Prozent unter Auflagen genehmigt, teilten die Wettbewerbshüter am Donnerstag mit .

An der Börse, wo einige Investoren bis zuletzt auf eine Übernahme von Rhön gehofft hatten, fielen die Aktien der Krankenhaus-Kette um 1,9 Prozent auf 16,46 Euro. Die Entscheidung war in der Branche mit Spannung erwartet worden, da Asklepios im vergangenen Jahr durch seinen Einstieg bei Rhön die gut drei Milliarden Euro schwere Übernahme der fränkischen Firma durch den Gesundheitskonzern Fresenius blockiert hatte. Mit einem Anteil von mehr als 10 Prozent kann Asklepios einen Verkauf von Rhön nun dauerhaft verhindern, da bei den Franken laut Satzung mehr als 90 Prozent Zustimmung für wichtige Entscheidungen nötig sind.

Vor einer Aufstockung muss Asklepios zwei Häuser im Raum Goslar verkaufen, damit es dort nicht zu einer marktbeherrschenden Stellung kommt: die Harzklinik und das Medizinische Versorgungszentrum Harz. In allen anderen Märkten könne Rhön trotz einer Minderheitsbeteiligung des Konkurrenten prinzipiell weiter als Wettbewerber von Asklepios auftreten, argumentiert das Kartellamt - "wenngleich auch angesichts der Sperr-Rechte mit eingeschränktem Spielraum". "Wir müssen sicherstellen, dass die Patienten vor Ort noch eine gewisse Auswahl zwischen verschiedenen Krankenhausträgern haben, um den Qualitätswettbewerb zwischen den Häusern zu erhalten", sagte Kartellamtspräsident Andreas Mundt.

Im Dezember hatten die Wettbewerbshüter die Aufstockung noch verboten, weil sie fürchteten, dass Asklepios Vorstöße des Wettbewerbers unterbinden würde. Da bei Rhön-Klinkum laut Satzung mehr als 90 Prozent Zustimmung bei wichtigen Entscheidungen nötig sind, hätte Asklepios mit 10 Prozent der Rhön-Anteile eine Sperrminorität. Der drittgrößte private Krankenhausbetreiber war im Frühjahr 2012 mit mehr als 5 Prozent bei Rhön eingestiegen und hatte damit eine Übernahme der fränkischen Klinikkette durch den Gesundheitskonzern Fresenius verhindert.

mg/rtr

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