Rhön-Klinikum Ex-Vorstand wegen Veruntreuung in Haft

Er soll Sozialbeiträge in Millionenhöhe veruntreut haben: Ein früherer Vorstand des Klinikbetreibers Rhön sitzt in Haft. Auch gegen einen zweiten Beschuldigten ermittelt die Staatsanwaltschaft.
Zentrale der Rhön-Klinikum in Bad Neustadt an der Saale: Im Fall des Ex-Vorstands droht Fluchtgefahr

Zentrale der Rhön-Klinikum in Bad Neustadt an der Saale: Im Fall des Ex-Vorstands droht Fluchtgefahr

Foto: Karl-Josef Hildenbrand/ picture alliance / dpa

Schweinfurt - Wegen des Verdachts der Veruntreuung von Sozialbeiträgen ist ein ehemaliges Vorstandsmitglied des Krankenhausbetreibers Rhön-Klinikum festgenommen worden. "Der Beschuldigte ist letzten Montag verhaftet worden und sitzt derzeit in Haft", sagte eine Sprecherin des Hauptzollamtes Schweinfurt. Sie bestätigte einen Bericht des "Handelsblatts".

Grund für die Verhaftung sei Fluchtgefahr. Der Festgenommene war bis Herbst 2011 Vorstandsmitglied und zugleich Geschäftsführerer mehrerer Reinigungsgesellschaften, die zu Rhön-Klinikum gehören.

Ihm wird vorgeworfen, Sozialversicherungsbeiträge vorenthalten und veruntreut zu haben. Zudem sei gegen Mindestlohnbestimmungen verstoßen worden. "Es geht um eine Schadenshöhe im niedrigen Millionenbereich", sagte die Sprecherin. Beweise dafür seien im September 2011 bei einer bundesweiten Razzia in 70 Wohnungen und Geschäftsräumen sichergestellt worden.

Die Ermittlungen richten sich auch gegen einen zweiten Beschuldigte, der aber nicht in Untersuchungshaft kam. Wann die Ermittlungen abgeschlossen werden, sei derzeit noch nicht absehbar, sagte der Leitende Oberstaatsanwalt Dietrich Geuder in Würzburg.

Das Rhön-Klinikum teilte mit, dass es mit den Behörden "vollumfänglich und konstruktiv" zusammenarbeiten werde. Seit Ende 2011 habe der Konzern zudem umfangreich in den eigenen Abteilungen ermittelt und neue Richtlinien für die Arbeitszeitdokumentation eingeführt.

Deutschlands zweitgrößter Krankenhausbetreiber mit Sitz im unterfränkischen Bad Neustadt hatte 2012 einen Gewinnrückgang von 43 Prozent auf 92 Millionen Euro verbucht. Infolge eines starken Zuwachses an Patienten erzielte Rhön beim Umsatz einen Rekord von 2,86 Milliarden Euro.

ts/dpa
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