Bezahlsender Murdoch-Sohn wird Sky-Aufseher

Medienmogul Rupert Murdoch schickt seinen Sohn James in den Aufsichtsrat des defizitären Bezahlsenders Sky Deutschland. Der Junior hatte gerade erst einen Karriereknick erlitten.
James Murdoch: Sohn des Medienmoguls Rupert Murdoch

James Murdoch: Sohn des Medienmoguls Rupert Murdoch

Foto: AFP

München - James Murdoch soll bei der Sky-Hauptversammlung am 18. April in den Aufsichtsrat des defizitären Bezahlsenders gewählt werden, wie aus der Einladung zum Aktionärstreffen hervorgeht. Da der von Murdoch kontrollierte Medienkonzern News Corp.  knapp 55 Prozent der Anteile von Sky Deutschland hält, gilt die Wahl als Formsache.

Der 40-jährige James Murdoch ist Mitglied des News-Corp.-Vorstands und dort für das internationale Geschäft zuständig. Damit war er auch für das britische Boulevardblatt "News of the World" verantwortlich. Dieses war im Sommer 2011 nach einem Abhörskandal eingestellt worden. James und Rupert Murdoch gerieten wegen der Affäre in die Schusslinie und mussten sich unter anderem vor dem britischen Parlament rechtfertigen. News Corp musste die geplante Übernahme des britischen Bezahlsenders BSkyB  abblasen.

Für James Murdoch war der Abhörskandal eine Karrierebremse. Bis dahin hatte er bereits als möglicher Nachfolger seines Vaters an der Konzernspitze gegolten. Wegen des Skandals war er auch als Chefaufseher von BSkyB zurückgetreten, sitzt aber immer noch im Aufsichtsrat des hoch profitablen britischen Pay-TV-Senders. Zudem steht er aktuell dem Verwaltungsrat von Sky Italia vor.

Die beiden Unternehmen gelten als Vorbild für Sky Deutschland , da sie in ihren jeweiligen Ländern viel Geld mit Bezahlfernsehen verdienen - anders als der deutsche Sender. Dieser hieß bis 2009 Premiere und schreibt seit seiner Gründung im Jahr 1990 praktisch nur Verluste.

News Corp ist seit Anfang 2008 an Sky Deutschland beteiligt und hat seinen Anteil seitdem kontinuierlich ausgebaut, da er immer wieder Geld zuschießen musste. Insgesamt pumpte der Medienkonzern rund 1,6 Milliarden Euro in das Münchener Unternehmen und übernahm vor Kurzem die Mehrheit. Zuletzt gab es bei Sky Deutschland operative Fortschritte - unter dem Strich stehen aber immer noch hohe Verluste.

ts/dpa-afx
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