Flugausfälle Iberia-Personal startet größten Streik der Firmengeschichte

Bei der spanischen Fluggesellschaft Iberia hat die größte Streikwelle in der Geschichte des Unternehmens begonnen. Aus Protest gegen massive Stellenkürzungen legt das Bodenpersonal bis Freitag die Arbeit nieder. Auch Lufthansa-Flüge in Deutschland sind betroffen.
Iberia-Schalter in Madrid: Die Airline will 3800 von 20.000 Stellen streichen

Iberia-Schalter in Madrid: Die Airline will 3800 von 20.000 Stellen streichen

Foto: Pablo Blazquez Dominguez/ Getty Images

Madrid/Frankfurt - Im Kampf gegen den Abbau von Arbeitsplätzen und Lohnkürzungen wollen die Mitarbeiter der spanischen Fluggesellschaft Iberia bis Freitag in einen fünftägigen Streik treten. 70.000 Passagiere sind nach Angaben der Airline von dem Ausstand betroffen. Iberia sagte 415 Flüge ab, doch insgesamt werden rund 1200 Flüge ausfallen, da an den spanischen Flughäfen durch den Streik nicht genügend Servicepersonal zur Verfügung steht.

Verkehrsministerin Ana Pastor warnte vergangene Woche, dass auch erheblicher Schaden für die ohnehin angeschlagene Wirtschaft des schuldengeplagten Landes entstehen könne. Sie forderte das Management und die Gewerkschaften deshalb auf, dringend eine Einigung zu erzielen. Zwei weitere fünftägige Streiks sind angekündigt.

Die Streikwelle führt auch zur Streichung einiger Flüge an Deutschlands größtem Flughafen Frankfurt. Iberia Express habe vorerst die tägliche Abendverbindung Madrid-Frankfurt annulliert, sagte ein Sprecher des Rhein-Main-Airports.

Lufthansa-Flüge ab Frankfurt und München betroffen

Die Lufthansa kündigte an, zunächst je einen täglichen Flug von Frankfurt nach Bilbao und einen Flug von München nach Bilbao zu streichen. Dort kümmert sich Iberia-Personal auch um die Abfertigung der Kranich-Linie. Ein Lufthansa-Sprecher sagte, Betroffene könnten kostenlos umbuchen. Passagiere sollten sich im Vorhinein informieren.

Die Fluggesellschaft, die rote Zahlen schreibt, plant die Streichung von 3807 der insgesamt 20.000 Stellen und Kürzungen beim Gehalt der Mitarbeiter. Die Beschäftigten des Boden- und Kabinenpersonals der spanischen Fluggesellschaft waren von den Gewerkschaften aufgerufen worden, aus Protest gegen einen geplanten massiven Stellenabbau die Arbeit niederzulegen. Bis Ende März soll noch an zehn weiteren Tagen gestreikt werden. Iberia fusioniert 2011 mit der profitablen British Airways zur International Airlines Group.

mahi/rtr/dpa-afx
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