Dreamliner-Debakel Airbus zieht erste Konsequenzen

Flugzeugbauer Airbus will sein jüngstes Modell, den A350, anstelle der umstrittenen Lithium-Ionen-Batterien mit herkömmlichen Akkus ausstatten. Damit zieht das Unternehmen die Konsequenz aus den Störfällen der modernen Higtech-Batterien.  
Stein des Anstoßes: Eine verbrannte Lithium-Ionen-Batterie der Fluggesellschaft All Nippon Airways (ANA) - an Bord einer Boeing 787. Seitdem sind Fragen zur Sicherheit der Akkus aufgetaucht

Stein des Anstoßes: Eine verbrannte Lithium-Ionen-Batterie der Fluggesellschaft All Nippon Airways (ANA) - an Bord einer Boeing 787. Seitdem sind Fragen zur Sicherheit der Akkus aufgetaucht

Foto: REUTERS/ JTSB

Touluse - Der Flugzeugbauer Airbus zieht die Konsequenzen aus dem Batterie-Debakel um Boeings "Dreamliner"-Jets. Das jüngste Airbus-Modell, der Langstreckenflieger A350, soll anstelle der umstrittenen Lithium-Ionen-Batterien mit herkömmlichen Akkus an den Start gehen. "Wir haben uns für Nickel-Cadmium-Akkus entschieden, damit wir unseren Lieferzeitplan einhalten können", sagte eine Airbus-Sprecherin. Airbus will verhindern, dass Boeings Probleme mit der Lithium-Ionen-Technik die A350 ausbremsen. Mitte 2013 soll der Airbus-Flieger erstmals abheben. Die erste Auslieferung ist bis Ende 2014 vorgesehen.

Die Aktie des Airbus-Mutterkonzerns EADS  startete mit Verlusten in den Handel. Am Vormittag lag sie an der Pariser Börse noch mit 0,19 Prozent im Minus bei 34,82 Euro und gehörte damit zu den schwächeren Werten im französischen Index CAC 40 .

Nach einem Brand in einem "Dreamliner" von Japan Airlines in Boston und der Notlandung eines Jets von All Nippon Airways hatten Behörden ein Flugverbot für das Boeing-Modell verhängt. In beiden Fällen gelten die Lithium-Ionen-Batterien als Ursache: Beim ersten Jet war eine Batterie in Flammen aufgegangen. Im zweiten Fall zwang eine schmorende Batterie die Piloten zu einer Notlandung. Die 50 bereits ausgelieferten Maschinen des Typs sind nun an den Boden gefesselt. Ähnlich viele fertige und fast fertige Maschinen darf Boeing bis auf Weiteres nicht ausliefern.

Ursachenforschung läuft

Die genaue Ursache für die Zwischenfälle sei offenbar noch immer nicht gefunden, sagte die Airbus-Sprecherin. Daher bleibe unklar, was die Probleme für die künftige Zulassung der als besonders leistungsfähig geltenden Akkus für Verkehrsflugzeuge bedeute. Airbus bezieht die Akkus für die A350 von dem französischen Hersteller Saft, bei Boeings "Dreamliner" ist ein Typ der japanischen Firma GS Yuasa im Einsatz. Auch sonst gibt es bei der Stromversorgung der Flugzeuge Unterschiede. Mögliche Verzögerungen bei der Zulassung will Airbus jedoch nicht riskieren.

Weiterhin soll die A350 Mitte 2013 zu ihrem ersten Testflug abheben. Die erste Maschine soll im zweiten Halbjahr 2014 ausgeliefert werden. Die Alternativlösung mit klassischen Nickel-Cadmium-Akkus hat Airbus bei der Entwicklung des neuen Fliegers nach eigenen Angaben bereits früher in seine Planung aufgenommen. "Wir denken daher nicht, dass die Entscheidung unseren Zeitplan beeinträchtigt", sagte die Sprecherin

got/dpa-afx
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