Montag, 17. Juni 2019

Sparprogramm Air Berlin streicht 900 Stellen

Zurück in den Hangar: Air Berlin will im Rahmen des Sparprogramms "Turbine" Flugzeuge verkaufen

Der neue Chef greift durch: Die angeschlagene Fluggesellschaft Air Berlin streicht bis Ende 2014 jeden zehnten Arbeitsplatz. Insgesamt will die Airline mithilfe ihres neuen Sparprogramms 400 Millionen Euro sparen, unter anderem sollen weitere Strecken gestrichen werden.

Berlin - Insgesamt sollten rund 900 Arbeitsplätze gestrichen werden, betriebsbedingte Kündigungen seien nicht ausgeschlossen, teilte Air Berlin mit. Die Gespräche mit den Arbeitnehmervertretern seien bereits eingeleitet und hätten in den nächsten Monaten höchste Priorität.

Bis Ende 2014 will Deutschlands zweitgrößte Fluglinie, die seit Jahren rote Zahlen schreibt, mit mehreren Maßnahmen insgesamt 400 Millionen Euro einsparen. Ziel sei es, Air Berlin "profitabel und somit nachhaltig zukunftsfähig zu machen."

Derzeit beschäftigt Air Berlin etwa 9300 Menschen. Bereits seit November vergangenen Jahres gab es Spekulationenüber einen bevorstehenden Jobabbau.

Air Berlin will sich auf Deutschland konzentrieren

Air Berlin befindet sich nach einer übereilten Expansion und hohen Verlusten schon seit einiger Zeit in einer harten Sanierung. Vorige Woche hatte Airline-Chef Hartmut Mehdorn aber die Flinte ins Korn geworfen und seinen Hut genommen. Unter seiner Leitung war das Streckennetz zusammengestrichen und der Verkauf von überflüssigen Flugzeugen angestoßen worden.

Sein Nachfolger ist Wolfgang Prock-Schauer, der bei der Fluglinie bislang die Streckenplanung verantwortete. Unter der Leitung des 56-jährigen Österreichers, der erst seit Herbst an Bord von Air Berlin ist, soll das Sparprogramm "Turbine" nun umgesetzt werden.

Air Berlin will sich auf seine Kernmärkte Deutschland, Österreich und die Schweiz sowie weiter profitable Strecken konzentrieren. Die Drehkreuze Berlin und Düsseldorf sollten ausgebaut und die Zahl der Flüge nach Mallorca erhöht werden. An anderer Stelle stehen Kürzungen an.

"Das auf zwei Jahre angelegte Programm geht über alle Unternehmensbereiche hinweg", hieß es in der Mitteilung. Es schließe auch Beziehungen zu den Geschäftspartnern ein. An der Börse haben sich die Anleger offenbar an Nachrichten zu Sparmaßnahmen bei Air Berlin gewöhnt: Die im Kleinwertesegment SDax gelisteten Aktien lagen 0,6 Prozent im Plus bei 1,71 Euro.

mg/dpa/rtr/dapd

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