Dienstag, 26. Mai 2020

Abschied vom Outsourcing Do-it-yourself-Welle in den Konzernen

Produktion bei General Motors: Der Autobauer übernimmt 3000 IT-Spezialisten von HP - um beim Thema Innovationen am Lenkrad zu bleiben

4. Teil: Komplexe Lieferketten: Naturkatastrophen stärken den Inhouse-Trend

Selbst Apple prüft derzeit angeblich, ob das Chip-Design für die benötigten Prozessoren nicht komplett selbst gemacht werden kann. Angekündigt wurde ein solcher Schritt nicht. Experten halten ihn mittelfristig jedoch für unabdingbar, weil Mobilgeräte und Macs sich mit Blick auf die Funktionen annähern. Es sei nur eine Frage der Zeit, bis die Leistung der Prozessoren für Smartphones und Tablets auch für PCs reichen.

Zum Umdenken in vielen Firmen haben auch die jüngsten Naturkatastrophen beigetragen, darunter das schwere Erdbeben in Japan und das Hochwasser nördlich von Bangkok, die im Oktober und November 2011 weite Teile der globalen Lieferketten für Festspeicherplatten lahmlegte.

In der Industrie wird seitdem die beste Balance zwischen mehr Effzienz von optimierten Lieferketten und der sicheren Versorgung neu überdacht. Fünf der zehn teuersten Natur-Desaster in der Geschichte haben seit 2007 stattgefunden. Hinzu kommen gestiegene Rohstoffpreise, eskalierende Transportkosten, volatilere Märkte und schnellere Veränderungen im Konsumverhalten.

Produktivität in Nordamerika steigt - und in China steigen die Löhne

Diese Trends haben die überwiegend aus Kostengründen ausgebauten globalen Lieferketten in vielen Fällen entweder anfälliger gemacht oder deren Kalkulation durcheinander gewirbelt. Sinkende Reallöhne in den USA sowie die zunehmende Automation mit dem Vormarsch der Roboter haben zudem die Produktivität in Nordamerika und in Europa in die Höhe getrieben, während in China und Indien die Löhne deutlich zu steigen beginnen.

Der Baugeräte-Hersteller Caterpillar Börsen-Chart zeigen, der Schloss-Produzent Master Lock und General Electric Börsen-Chart zeigensind nur ein paar Beispiele von US-Firmen, die begonnen haben, Produktion wieder zurück nach Nordamerika zu verlegen. Zusammen mit den in die USA zurück verlagerten Jobs könnten laut einer Untersuchung der Boston Consulting Group bis zum Ende des Jahrzehnts in den USA über 2,5 Millionen neue Stellen in der Exportwirtschaft geschaffen werden.

Demnach könnten die USA bis 2015 gegenüber Deutschland, Frankreich, Italien und Japan einen Kostenvorteil von 5-25 Prozent bei den Exporten erreichen. Arbeitskosten, billiges Erdgas und niedrige Elektrizitätskosten sollen die Treiber dafür sein, so die Beratungsgesellschaft.

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