Samstag, 30. Mai 2020

Abschied vom Outsourcing Do-it-yourself-Welle in den Konzernen

Produktion bei General Motors: Der Autobauer übernimmt 3000 IT-Spezialisten von HP - um beim Thema Innovationen am Lenkrad zu bleiben

3. Teil: PPR. Siemens, BP: M&A Deals mit eigenen Leuten gestemmt

Etwas anders stellt sich der Zusammenhang beim Computerhersteller Acer dar. Dieser leidet wie viele Hersteller in der Rechner-Branche darunter, dass die massive Migration in den Mobil-Bereich dem PC-Geschäft schadet. Auch in der Computer-Industrie werden die Produkt-Zyklen kürzer und die Anforderungen immer größer. Firmen, die viel Entwicklungsarbeit im eigenen Haus durchführen, schneiden in diesem schwierigen Umfeld besser ab, darunter Lenovo Börsen-Chart zeigen, Apple Börsen-Chart zeigen und Asustek.

Firmen wie Hewlett-Packard und Acer, die Marktanteile verlieren, holen dagegen Geschäft zurück ins Haus, oder kaufen sich neue Funktionen eilig zu. Doch HP leistete sich mit dem elf Milliarden Dollar teuren Kauf des britischen Software-Unternehmens Autonomy einen schweren Flop, weil es vom Kaufpreis 8,8 Milliarden abschreiben muss.

Die noch junge Do-it-yourself-Bewegung in der Computerbranche wird vor allem von der wachsenden Bedeutung des Designs getrieben und von der Tatsache, dass Touchscreen-Geräte noch nicht standardisiert sind und mehr Maßschneiderung verlangen. Wie in der Autoindustrie wollen sich die Hersteller jetzt weniger darauf verlassen, dass externe Auftragsentwickler die nötige Innovation schnell genug vorantreiben. Notfalls stellen - wie im Fall Microsoft - altgediente Softwarehersteller die nötige Hardware für ihre Geräte gleich selbst her.

PPR: M&A-Deal mit eigenen Leuten gestemmt

Typisch ist auch das Vorgehen der Gucci-Mutter PPR SA, die für den Verkauf eines Anteils am afrikanischen Distributor CFAO im August ein M&A-Team im eigenen Haus unter Leitung des früheren France-Telecom-Managers Charles de Fleurie einsetzte. Das globale M&A-Volumen hat sich angesichts der abgeschwächten Weltkonjunktur und der Schuldenkrise in Europa seit 2007 fast halbiert.

Die Deals sind im Schnitt auch kleiner geworden. Firmen wie BP und Siemens Börsen-Chart zeigen setzen angesichts kleinerer Volumina schonmal eigene Teams ein. Nach Angaben der Beratungsgesellschaft Freeman Consulting in New York wurde im laufenden Jahr fast ein Drittel der abgewickelten M&A-Deals in Europa und den USA von in-house-Teams abgewickelt. Das ist das größte Volumen ohne externe Berater seit 2004.

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