Dienstag, 26. Mai 2020

Abschied vom Outsourcing Do-it-yourself-Welle in den Konzernen

Produktion bei General Motors: Der Autobauer übernimmt 3000 IT-Spezialisten von HP - um beim Thema Innovationen am Lenkrad zu bleiben

2. Teil: Von GM bis BMW: Fahrzeug-Software zählt zu den Kronjuwelen

Kein Wunder also, dass GM erst kürzlich die Übernahme von 3000 Beschäftigten von Hewlett-Packard Börsen-Chart zeigen ankündigte, die bislang bei dem Computer-Hersteller externe Auftragsarbeit für den Autobauer leisteten. Im September kündigte GM sein erstes Innovations-Zentrum für IT in Austin, Texas, an.

Experten sind keinesfalls überrascht: Von BMW Börsen-Chart zeigen über andere deutsche Hersteller bis hin zu GM selbst laufen Pläne für Fahrzeuge mit besserer Abstandskontrolle, automatischen Parkfunktionen und - in nicht so ferner Zukunft - selbstfahrende Modelle.

Auch bei Google Börsen-Chart zeigen werden entsprechende Entwicklungen zügig vorangetrieben, das erste selbstfahrende Auto hat bereits die Zulassung in Kalifornien erhalten.

Bei GM hat das weitreichende Outsourcing der vergangenen Jahre außerdem zu einer Flut von 4000 verschiedenen Software-Applikationen geführt, die man jetzt bändigen und schlanker bündeln will. Bei der Software passiert jetzt das, was die Autobauer zuvor mit der Konzentration auf weniger Plattformen in der Fertigung durchexerziert haben. Die Steuerung im eigenen Haus ist aufgrund der jüngsten Entwicklung in der Branche deutlich wichtiger geworden.

Großteil der Innovationen kommen von elektronischen Komponenten

Eine neue Studie von McKinsey belegt zum Beispiel, dass bei Audi Börsen-Chart zeigen seit 2001 die Zahl der Modell-Variationen um 113 Prozent zugenommen hat, während sich der Modell-Zyklus um 10 Prozent verkürzte. Hinzu kommt laut dem Papier: Über 80 Prozent der Innovationen, die in der Fahrzeugbranche in den kommenden Jahren erwartet werden, sollen von elektronischen Elementen und Komponenten kommen.

Der neue Chevy Volt hat angeblich mit über 10 Millionen Zeilen Software ein größeres Steuerungspaket als der Dreamliner. Die Folge: Mehr Modelle, mehr Maßschneiderung, mehr Software - und komplexere Lieferketten. Das verlangt mehr Steuerung in der Zentrale.

Es scheint, als würde sich bei den Autobauern die Erkenntnis breitmachen, dass zu weitreichendes Outsourcing am Ende die Innovationskraft schmälern kann. "Den Herstellern wird langsam klar, dass sie nach langem Outsourcing ihre Agenda nicht mehr so steuern können, wie sie wollen", sagt der Asien Pazifik-Direktor bei der IT-Beratung SMS Management and Technology, David Moodie.

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