Dienstag, 26. Mai 2020

Hauptstadtflughafen BER-Betreiber lehnen Schadensersatzforderungen ab

Leere Taschen: Ohne zusätzliche Geldspritzen droht dem Hauptstadtflughafen dem Bericht zufolge die Pleite

Die Verzögerungen beim Start des neuen Hauptstadtflughafens führen bei Lufthansa und Co. zu erheblichen Umsatzverlusten. Für Schadensersatzzahlungen sieht die Betreibergesellschaft einem Medienbericht zufolge dennoch keine Grundlage.

Berlin - Die Betreibergesellschaft des Hauptstadtflughafens sehe für Schadensersatz kaum Grundlagen, berichtete die "Welt" unter Berufung auf den Sachstandsbericht BER der Flughafen Berlin-Brandenburg GmbH (FBB) vom 21. September.

"Nach Bewertung der rechtlichen Gegebenheiten lehnt die FBB die Schadensersatzforderungen Dritter dem Grunde nach ab, sofern keine vertraglich geregelten Forderungen vorliegen", heißt es demnach in dem elfseitigen Papier. Darin werde betont, dass die Forderungen Dritter "ungewiss" seien. Bisher lägen lediglich "vereinzelte Aussagen von Geschäftspartnern" zu Schäden vor, die ihnen ihrer Ansicht nach durch die Verschiebungen der Eröffnung entstanden seien.

Die BER-Betreibergesellschaft hatte die Eröffnung des Flughafens Anfang September auf Oktober 2013 verschoben. Daraus entstehen laut Sachstandsbericht "weitere Baumehrkosten von 67 Millionen Euro", wie die "Welt" weiter berichtete. Die Umsatzverluste für die Zeit von Juni 2012 bis Dezember 2013 betrügen etwa 84 Millionen Euro. Da die Flughäfen Tegel und Schönefeld weiter betrieben werden müssten und auch "Leerkosten" für den neuen Willy-Brandt-Airport anfielen, werde zudem mit zusätzlichen Betriebskosten in Höhe von 27 Millionen Euro gerechnet.

Laut "Welt" sind derzeit zusätzlich 1,2 Milliarden Euro der drei Gesellschafter Berlin, Brandenburg und Bund nötig, um die Flughafen GmbH finanziell am Leben zu halten. Ohne die Geldspritze drohe eine Pleite, die Liquidität sei laut Sachstandsbericht nur "bis Ende Januar 2013 gesichert". Der Bau des Großflughafens soll laut "Welt" insgesamt statt ursprünglich 2,8 jetzt mindestens 4,3 Milliarden Euro kosten.

mg/afp

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