Finanzkonglomerat am Ende ABL-Gruppe wird aufgelöst

Finanz-Jungstar Christian Angermayer wollte seine ABL-Gruppe einmal zu einem Investmenthaus von Goldman-Sachs-Format machen. Dass das kaum gelingen wird, zeichnet sich schon länger ab. Jetzt ist das Konglomerat gescheitert, die Auflösung besiegelt.
Ambitioniert, aber gescheitert: ABL-Gründer Angermayer bei einer Konferenz in München

Ambitioniert, aber gescheitert: ABL-Gründer Angermayer bei einer Konferenz in München

Foto: Getty Images

Hamburg - Die ABL-Gruppe des Finanz-Jungunternehmers Christian Angermayer ist am Ende. Wie manager magazin online aus Kreisen des Unternehmens mit Sitz in Frankfurt am Main erfuhr, wird das Konglomerat zahlreicher Firmen aufgelöst; ABL hat das mittlerweile, nach der Meldung von manager magazin online, bestätigt.

Im Einzelnen läuft die Zerlegung den Informationen zufolge so ab: Die Anteile des zur Gruppe gehörenden Vermögensverwalters Altira  gehen an Finanzinvestoren. David Zimmer bleibt Chef des Unternehmens.

Die Beteiligung der ABL-Gruppe am Finanzvertrieb Aragon  wird im Zuge eines Management-Buy-Outs an die beiden Aragon-Vorstände Sebastian Grabmaier und Ralph Konrad verkauft. Als Ankeraktionär haben Grabmaier und Konrad die Aragon Holding GmbH neu gegründet.

Das Wertpapierhaus Silvia Quandt & Cie. AG schließlich, bisheriges Kernstück der ABL-Gruppe, bekommt mit der PVM Private Values Media AG ebenfalls einen neuen Kernaktionär. Das Unternehmen wird nach Informationen von manager magazin online weiterhin vom bisherigen Vorstand Hans Ostermair geführt.

Gleichzeitig werde das Kapital der Gesellschaft erhöht und das Unternehmen in FCM Frankfurt Capital Markets AG umbenannt, heißt es in den Unternehmenskreisen. Der Grund: Der Name Silvia Quandt & Cie. AG sei an die ABL-Gruppe gebunden. Zudem seien Silvia Quandt und ihr Sohn Golo bereits 2011 als Gesellschafter ausgeschieden.

Ohnehin wurde das Ende der Firmengruppe nach Informationen von manager magazin online durch den Rückzug der Familie Quandt eingeläutet. Von Beginn an hatte ABL (vollständig: Angermayer, Brumm, Lange) den klangvollen Namen der bekannten Industriellendynastie für die Werbung genutzt. Nach wiederholter negativer Berichterstattung in der jüngeren Vergangenheit setzten die Quandts dem nun jedoch offenbar ein Ende.

Zudem endet nun vorläufig auch der Höhenflug des schillernden Jungunternehmers Christian Angermayer durch die deutsche Finanzszene. Zum Start der Unternehmensgruppe hatte Angermayer noch vollmundig angekündigt, er werde so erfolgreich sein wie die US-Investmentbank Goldman Sachs . Erfolge konnte er aber kaum vorweisen. Dagegen häuften sich zuletzt die negativen Schlagzeilen sowie die Probleme und juristischen Auseinandersetzungen. Die Aktien vieler ABL-Gesellschaften befinden sich seit langem auf Talfahrt.

Laut Internetseite sind für die ABL-Gruppe weltweit in 16 Ländern mehr als 450 Mitarbeiter tätig.