T-Mobile USA Telekom holt Branchenveteran an US-Spitze

Die Deutsche Telekom hat einen neuen Mann für ihr schwieriges US-Geschäft gefunden. Der Branchenveteran John Legere soll T-Mobile USA künftig leiten. Schon vor Jahren hat er sich mit einer spektakulären Firmensanierung einen Namen gemacht.
Neuer T-Mann in Amerika: John Legere

Neuer T-Mann in Amerika: John Legere

Foto: Deutsche Telekom

Frankfurt am Main - Die Deutsche Telekom  beruft den langjährigen Branchenkenner John Legere zum neuen Chef ihrer angeschlagenen US-Tochter. Der 54-jährige Legere werde die Leitung von T-Mobile USA am 22. September übernehmen, teilte die Telekom am Mittwoch mit. Der Posten ist vakant, seit der ehemalige Chef Philipp Humm Ende Juni zum Konkurrenten Vodafone  ging.

Legere verfügt über 32 Jahre Erfahrung in der Telekom- und IT-Industrie. Zu seinen früheren Arbeitgebern zählen unter anderem der Computerbauer Dell und der Telefonriese AT&T. In Amerika bekannt machte ihn aber vor allem die Sanierung von Global Crossing . Die Firma hatte während der Telekom- und Internet-Hypes in den Neunzigern ein sündteures Glasfasernetz verlegt - nach Platzen der Blase reichte des Geld aber nicht mehr, die Firma ging 2002 Pleite.

Damals war es eine der größten Insolvenzen der US-Geschichte. Legere, der kurz zuvor die Unternehmensleitung übernahm, sanierte die Geschäfte und verkaufte Global Crossing später. Mit der Leistung empfahl er sich der Telekom. "Er verfügt über die entscheidenden Fähigkeiten, um T-Mobile USA in die Zukunft zu führen", sagte Telekom-Chef Rene Obermann über Legere.

Obermann hat dem Marathon-Läufer Legere einen der wichtigsten Jobs im Unternehmen übertragen. Er muss die kriselnde US-Tochter mit 15 Milliarden Euro Umsatz wieder flottmachen, nachdem der geplante Verkauf an AT&T für 39 Milliarden Dollar Ende vergangenen Jahres am Veto der US-Kartellbehörden gescheitert war.

Das Problem: Nach Jahren des stürmischen Wachstums tritt der Markt-Vierte T-Mobile schon seit längerem auf der Stelle, während Platzhirsche wie AT&T oder Verizon Wireless  mit exklusiven Handys wie dem iPhone von Apple  und kleinere Anbieter mit Discount-Preisen neue Kunden gewannen.

Gleichzeitig steht ein teurer Netzausbau an - über die kommenden Jahre allein vier Milliarden Dollar. Obermann kündigte bereits an, dass ein Komplettverkauf unwahrscheinlich ist. Stattdessen stellt sich die Telekom darauf ein, das US-Sorgenkind noch länger durchschleppen zu müssen.

cr/rtr

Mehr lesen über

Die Wiedergabe wurde unterbrochen.