Streik der Flugbegleiter Lufthansa kämpft mit Streikfolgen

Flugausfälle, Verspätungen, Umbuchungen: Der Streik der Flugbegleiter hat die Lufthansa am Dienstag lahmgelegt. Auch heute müssen Reisende mit Flugausfällen rechnen. Und am Freitag plant die Gewerkschaft dann den Rundumschlag: Ganztägiger Streik an allen Lufthansa-Flughäfen.
Niemand da: Wegen des Streiks der Flugbegleiter musste die Lufthansa am Dienstag mehr als 350 Flüge streichen

Niemand da: Wegen des Streiks der Flugbegleiter musste die Lufthansa am Dienstag mehr als 350 Flüge streichen

Foto: Peter Kneffel/ dpa

Frankfurt am Main - Heute dürften rund 20 innerdeutsche und europäische Flüge ausfallen, sagte Lufthansa-Sprecher Michael Lamberty. Am Donnerstag seien streikbedingte Flugausfälle dann "nahezu auszuschließen". Wegen des Ausstands mussten nach Angaben des Sprechers 75 Reisende die Nacht auf Mittwoch auf dem Frankfurter Flughafen verbringen. Da sie in Frankfurt lediglich umsteigen wollten, besaßen sie kein Visum für die Einreise nach Deutschland. Rund 1500 Fluggäste verbrachten die Nacht in Hotels.

Die Flugbegleiter hatten am Dienstag in Berlin und Frankfurt für je acht Stunden ihre Arbeit niedergelegt, in München streikten sie elf Stunden lang bis Mitternacht. Hunderte Flüge wurden gestrichen, mehr als 40.000 Passagiere waren betroffen.

Da sich dennoch in dem Tarifkonflikt keine Bewegung abzeichnet, rief die Gewerkschaft Ufo für Freitag zum ersten Mal zu Streiks an allen Lufthansa-Flughäfen in Deutschland von 0 bis 24 Uhr auf. Die Fluggesellschaft muss sich damit auf einen der größten Arbeitskämpfe in ihrer Geschichte gefasst machen.

Tarifparteien streiten seit mehr als einem Jahr

Zum Streikauftakt am vergangenen Freitag hatten die Stewards und Stewardessen ihre Arbeit am Lufthansa-Drehkreuz in Frankfurt niedergelegt. Allein dieser erste Streiktag kostete die größte deutsche Fluggesellschaft Millionen.

Der Tarifstreit dauert bereits seit gut einem Jahr. Die Gewerkschaft kämpft für höhere Löhne und gegen die Auslagerung von Stellen. Nach Ansicht des Managements sind Einschnitte nötig, da die harte Konkurrenz der Lufthansa  das Leben schwer mache. Die Airline legte deshalb ein Milliardensparprogramm auf und verlangt nun, dass auch die Bordservicekräfte einen Beitrag leisten.

Während die Gewerkschaft 5 Prozent mehr Geld bei einer Laufzeit von 15 Monaten fordert, hat die Lufthansa eine Erhöhung um 3,5 Prozent über drei Jahre angeboten. Bei der Fluglinie arbeiten 18.000 Menschen im Bordservice.

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mg/rtr