Dienstag, 20. August 2019

Rhön-Klinikum Fresenius gibt Übernahmekampf auf

Kein Angebot mehr: Fresenius will Rhön-Klinikum vorerst kein weiteres Übernahmeangebot unterbreiten

Fresenius wirft im Übernahmekampf um Rhön-Klinikum das Handtuch. Der Medizinkonzern wird den Aktionären des Klinikbetreibers bis auf Weiteres kein neues Angebot unterbreiten.

Bad Homburg - Wegen der anhaltenden Störfeuer von Konkurrenten wie Asklepios oder B. Braun Melsungen wird Fresenius den Aktionären des Klinikbetreibers Rhön-Klinikum bis auf Weiteres kein neues Übernahmeangebot unterbreiten. Dies teilte zunächst Rhön-Klinikum am Montagmorgen ad hoc mit. Der Vorstand von Rhön-Klinikum bedauere diese Entscheidung, hieß es in der Mitteilung.

Auch Fresenius bestätigte kurze Zeit später per Ad-Hoc-Mitteilung, dass man bis auf Weiteres kein neues Übernahmeangebot für Rhön-Klinikum vorlegen werde. Durch diese Entscheidung schaffe Fresenius "Klarheit für alle Beteiligten", hieß es in der Mitteilung des Gesundheitskonzerns. Fresenius habe in den vergangenen Wochen nach "konstruktiven Lösungen gesucht". Leider konnte jedoch "keine hinreichend verlässliche Grundlage für die Verwirklichung der unternehmerischen Ziele geschaffen werden", teilte Fresenius mit.

Damit ist eine der spektakulärsten Übernahmeschlachten der vergangenen Jahre in Deutschland vorerst beendet. Fresenius Börsen-Chart zeigen wollte mit dem Kauf von Rhön-Klinkum Börsen-Chart zeigen die führende Rolle unter den deutschen Klinikbetreibern zementieren. Beim ersten Versuch hatte der Bad Homburger Konzern 3,1 Milliarden Euro geboten, war aber an der selbst gesetzten hohen Annahmeschwelle von 90 Prozent gescheitert - unter anderem, weil der konkurrierende Klinikbetreiber Asklepios mit 5 Prozent bei Rhön-Klinkum Börsen-Chart zeigen eingestiegen war.

Seit dem gescheiterten ersten Versuch war immer wieder über eine neue Offerte spekuliert worden. Zuletzt war davon die Rede, dass Fresenius erneut 22,50 Euro je Rhön-Aktie bieten und sich dieses Mal mit nur etwas mehr als 50 Prozent der Anteile zufriedengeben wolle.

Weitere Konsolidierung bei Klinikbetreibern wahrscheinlich

Wegen der speziellen Satzung bei Rhön wäre der Einfluss auf die Geschäftspolitik dabei allerdings gering gewesen. Zumal am vergangenen Freitag der Widersacher Asklepios durchblicken ließ, den Anteil an Rhön auf mehr als 10 Prozent aufstocken zu wollen.

Zudem ist seit kurzem der Zulieferer B. Braun Melsungen mit etwas mehr als 5 Prozent an dem fränkischen Klinikbetreiber beteiligt. Beide sind nicht an einer Übernahme der Franken interessiert, sondern wollen verhindern, dass Fresenius eine zu dominante Stellung am Klinikmarkt einnimmt. Ungeachtet der gescheiterten Rhön-Übernahme durch Fresenius rechnen viele Experten in den kommenden Jahren mit einer weiteren Konsolidierung bei Klinikbetreibern.

Am Aktienmarkt dürfte zu Wochenbeginn der Verzicht auf eine neue Offerte zu weiteren Verlusten bei der im MDax Börsen-Chart zeigen notierten Rhön-Aktie führen. Diese war nach dem gescheiterten ersten Versuch bereits deutlich unter Druck geraten. Im Juli war sie bis auf 16,25 Euro gefallen, konnte sich aber wegen der anhaltenden Spekulationen über ein neues Gebot etwas erholen. Zuletzt notierte sie mit 18,95 Euro allerdings immer noch knapp 16 Prozent unter dem Preis der ersten Offerte. Durch den Kursverlust haben auch viele Finanzinvestoren wie der US-Hedgefondsmanager John Paulson viel Geld verloren, da sie auf einen Erfolg des ersten Gebots spekuliert hatten.

rei/dpa-afx

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