Montag, 16. Dezember 2019

Apple/Google vs. Kodak Zwei Goliaths gegen einen David

Fotopionier Kodak: Nach 130-jähriger Firmengeschichte hatte das Unternehmen im Januar Insolvenz angemeldet

Jetzt hat Kodak wohl ein wirklich großes Problem. Der Fotopionier hatte sich darauf verlassen, dass ein Bieterwettstreit von Apple und Google um seine Patente Milliarden für einen Neuanfang einbringt. Doch stattdessen machen die Rivalen offenbar gemeinsame Sache.

New York - Der Verkauf von Patenten des insolventen Fotopioniers Kodak könnte eine ungewöhnliche Wendung nehmen: Nach Informationen des "Wall Street Journal" haben sich die sonst feindlich gesonnenen Smartphone-Rivalen Apple und Google zu einem Bieterbündnis zusammengefunden.

Ziel der beiden IT-Giganten ist, die Fotopatente zu einem günstigen Preis zu kaufen und dafür zu sorgen, dass sie nicht gegen die Konzerne eingesetzt werden. Diese Entwicklung könnte auch eine Wende im erbitterten Patentkrieg der Mobilfunkbranche andeuten.

Bei dem Bündnis würden auch die Elektronikkonzerne Samsung Börsen-Chart zeigen, LG und HTC mitmachen sowie Firmen, die sich auf die Lizenzierung von Patenten spezialisiert haben, schrieb die Zeitung unter Berufung auf eingeweihte Personen. Die Idee sei, dass die Patente nicht in der Hand eines einzelnen Unternehmens landeten und von ihm für Klagen genutzt werden könnten.

Ein solcher Schritt wäre ein erstes Anzeichen dafür, dass die Konzerne bemüht sind, eine weitere Ausweitung des Patentkriegs zu vermeiden. Derzeit laufen bereits Dutzende Klagen in vielen Ländern, unter anderem gerade ein großer Prozess von Apple Börsen-Chart zeigen und Samsung in Kalifornien und in Düsseldorf.

Allerdings seien die Verhandlungen noch im Fluss und der Ausgang unklar, hieß es in dem Bericht weiter. Zudem könnte eine derartige Zusammenarbeit die Aufmerksamkeit der Wettbewerbshüter wecken, warnte das "Wall Street Journal".

Kodak hatte auf mehr als zwei Milliarden Dollar gehofft

Kodak braucht das Geld aus dem Verkauf der 1100 Patente dringend für den geplanten Neuanfang als Druckspezialist. Das Unternehmen hatte Mitte Januar nach 130-jähriger Firmengeschichte Konkurs angemeldet, weil es den Siegeszug der Digitalfotografie verpasst hatte und seit Jahren rote Zahlen schrieb.

Der Verkauf der Patente soll nun Geld in die Kassen bringen, damit das Unternehmen weitermachen kann. Anfang des Jahres hatte Kodak den Wert des Pakets noch auf bis zu 2,6 Milliarden Dollar (2,1 Milliarden Euro) geschätzt.

Nach Informationen der Zeitung deuten die bisherigen Gebote aber eher auf einen Preis von gut 500 Millionen Dollar hin. Kodak hatte die Frist für das Ende der Auktion bereits auf unbestimmte Zeit verschoben. Zuletzt erklärte der Fotokonzern, man werde vielleicht nur einen Teil der Patente verkaufen. Kodak muss mit dem Erlös auch Bankenkredite zurückzahlen.

Die Hoffnung lag eigentlich auf einem Bieterwettstreit zwischen den Lagern von Apple und Google Börsen-Chart zeigen. Die beiden Unternehmen stehen sich im Patentkrieg der Mobilfunkbranche gegenüber. Im vergangenen Jahr hatten sie den Preis bei der Versteigerung der Patente des insolventen Netzwerkausrüsters Nortel bis auf 4,5 Milliarden Dollar hochgetrieben. Am Ende gewannen Apple und Microsoft. Sie attackieren in mehreren Ländern - darunter auch in Deutschland - Anbieter des Google-Betriebssystems Android.

mg/dpa

© manager magazin 2012
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung