Montag, 23. September 2019

ZEW Konjunkturerwartungen auf Jahrestief

Lage besser als die Stimmung: Noch hält sich die Konjunktur in Deutschland vergleichsweise stabil - die die Erwartungen bis Jahresende sind mau

Die deutsche Wirtschaft ist im zweiten Quartal immer noch gewachsen - doch neben den Konjunkturaussichten trüben sich auch die Erwartungen deutscher Finanzprofis weiter ein. Der entsprechende ZEW-Konjunkturindex ist im August auf ein Jahrestief gesunken.

Frankfurt am Main - Die Konjunkturzuversicht deutscher Finanzexperten hat sich im August erneut eingetrübt. Die ZEW-Konjunkturerwartungen seien zum Vormonat um 5,9 Punkte auf minus 25,5 Zähler gefallen, teilte das Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) am Dienstag in Mannheim mit.

Die Lagebeurteilung gab ebenfalls nach. Sie sank um 2,9 Punkte auf 18,2 Zähler. Volkswirte hatten hier mit einem etwas stärkeren Rückgang auf 17,5 Punkte gerechnet.

Der Rückgang der Erwartungen signalisiert, dass die befragten Finanzprofis weiterhin von einer Abkühlung der deutschen Konjunktur auf Sicht der nächsten sechs Monate ausgehen. "Dies dürfte insbesondere die exportorientierten Branchen betreffen", kommentierte das ZEW die Daten.

Obwohl das Erwartungsbarometer ein Jahrestief markiert, betonen die Mannheimer Wirtschaftsforscher, dass der Indikator weit von den niedrigen Niveaus der Finanzkrise entfernt bleibt. 2008 waren teilweise Werte unter minus 60 Punkten erreicht worden.

Die Konjunkturerwartungen für die Eurozone haben sich dagegen im August kaum verändert. Der entsprechende Indikator des ZEW stieg um 1,1 Punkte gegenüber dem Vormonat und liegt nun bei minus 21,2 Punkten. Der Indikator für die aktuelle Konjunkturlage im Euroraum ist im August geringfügig um 2,2 Punkte zurückgegangen und befindet sich nun bei minus 75,1 Punkten.

la/dpa

© manager magazin 2012
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung