Sonntag, 18. August 2019

Sparprogramm Air Berlin streicht Flugplan zusammen

Starten seltener: Flieger von Air Berlin

Die verlustträchtige Fluggesellschaft Air Berlin lässt ihre Maschinen im Winter häufiger stehen. Nahezu jeder sechste Flug entfällt. Die Maßnahme ist vor allem für den Hamburger Flughafen ein herber Rückschlag.

Berlin - Deutschlands zweitgrößte Fluggesellschaft Air Berlin streicht weitere Strecken an deutschen Flughäfen. Besonders betroffen ist der fünftgrößte Airport in Hamburg, wo mit dem Winterflugplan nahezu jeder sechste Flug wegfällt. Auch in Stuttgart, Köln und Berlin kappt die angeschlagene Airline einzelne Verbindungen.

"Wir stellen uns effizienter auf und optimieren fortlaufend unser Angebot", teilte Vertriebschef Paul Gregorowitsch am Dienstag in Berlin. Er machte besonders die Luftverkehrssteuer für die Einschnitte verantwortlich. "Diese außerordentliche Belastung trifft nicht mehr nur die Regionalflughäfen, sondern mittlerweile auch größere Standorte."

Insgesamt sinke die Kapazität bei Air Berlin Börsen-Chart zeigen im Oktober um 2 Prozent verglichen mit dem Winterflugplan 2011/2012. Wegfallen werden auch die Verbindungen Stuttgart-Mailand, Sylt-Köln und Berlin-Münster.

Hamburgs Flughafen zeigte sich überrascht und kündigte an, bis zum Jahresende keine neuen Leute einzustellen. Air Berlin streicht dort 38 von ursprünglich geplanten 220 wöchentlichen Verbindungen. Betroffen seien die Ziele Karlsruhe, Zürich und Barcelona. Übers Jahr gerechnet fallen damit rund 4000 Flüge weg. Das bedeute 500 000 Passagiere weniger, sagte eine Flughafen-Sprecherin.

Air Berlin schreibt seit Jahren Verluste. Eine Finanzspritze des neuen Partners, der Fluggesellschaft Etihad aus Abu Dhabi, verschaffte dem Management um Vorstandschef Hartmut Mehdorn im Winter etwas Luft. Er hat den Aktionären die Rückkehr in die Gewinnzone zuletzt für nächstes Jahr versprochen.

nis/dpa

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