Bergungsversuch Tanker auf dem Rhein sitzt fest

Nach der Havarie eines mit 1300 Tonnen Schwefelsäure beladenen Tankschiffes im Rhein bei Oberwesel in Rheinland-Pfalz haben die Vorbereitungen für die Bergung begonnen. Der Schiffsverkehr ist an der Stelle gesperrt.
Erneute Havarie: Das Unglück der "Synthese III" erinnert an den Anfang 2011 gekenterten Frachter Waldhof (Foto)

Erneute Havarie: Das Unglück der "Synthese III" erinnert an den Anfang 2011 gekenterten Frachter Waldhof (Foto)

Foto: DANIEL ROLAND/ AFP

Oberwesel - Mittlerweile sei ein weiteres Tankschiff an der Unglücksstelle eingetroffen, teilte das Wasser- und Schifffahrtsamt in Bingen mit. Es soll einen Teil der Ladung der havarierten, unter niederländischer Flagge fahrenden "Synthese III" aufnehmen, bevor der Havarist freigeschleppt wird. Von der Ladung ist bislang laut der Wasserschutzpolizei in St. Goar nichts ausgetreten.

Die "Synthese III" war in der Nacht auf Donnerstag auf dem Weg von Ludwigshafen nach Antwerpen vom Kurs abgekommen und hatte sich außerhalb der Fahrtrinne auf dem sogenannten Jungfrauengrund festgefahren. Laut Schifffahrtsamt handelt es sich um ein doppelwandiges Schiff, so dass keine Gefahr besteht.

Der Schiffsverkehr ist zwischen Oberwesel und St. Goar gesperrt. Sofern keine unerwarteten Schwierigkeiten auftreten, könnte die Strecke nach Angaben des Wasser- und Schifffahrtsamtes nach der Bergung gegen Mittag wieder freigegeben werden.

Die Einsatzkräfte wollen rund 400 Tonnen Schwefelsäure umladen. Hierbei muss das zweite Schiff möglichst nahe und in stabiler Lage an den Havaristen gebracht werden. Da auf dem Grund des Rheins an der Unglücksstelle viele Felsen liegen, könnte genau das nach Angaben des Wasser- und Schifffahrtsamtes Probleme bereiten. Derzeit wird die Tiefe des Flusses rund um die "Synthese III" gemessen, möglicherweise muss zur Stabilisierung ein Ponton zwischen den Havaristen und das zweite Schiff gesetzt werden. Zudem sollen drei Schleppboote verhindern, dass der auf Grund gelaufene Tanker abtreibt.

Das Unglück weckt Erinnerungen an die Havarie des ebenfalls mit Schwefelsäure beladenen Frachters "Waldhof" am 13. Januar 2011 nahe der Loreley. Die Bergung dauerte damals 33 Tage, auf dem gesperrten Rhein stauten sich die Schiffe zeitweise von Köln bis Mainz. Zwei Besatzungsmitglieder konnten sich damals retten, ein 63-Jähriger wurde einen Monat später tot geborgen. Von dem vierten Matrosen fehlt bis heute jede Spur

cr/dpa-afx

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