Fotostrecke

Newscorp: Das Murdoch-Imperium

Foto: Mark Lennihan/ AP

News Corp. Murdoch zerlegt sein Medienreich

Kehrtwende im Hause Murdoch: Der Medienkonzern News Corp. soll in einen Unterhaltungs- und einen Verlagsbetrieb aufgespalten werden. Branchenveteran Rupert Murdoch macht damit eine Kehrtwende, die Aktie haussiert.

New York - Das Medienimperium von Rupert Murdoch soll aufgespalten werden. Es bestehe die Absicht, das Verlagsgeschäft und den Unterhaltungsbereich der News Corp. in zwei separat an der Börse gehandelte Unternehmen aufzuteilen, hieß in einer Mitteilung des Konzerns am Donnerstag. Der Aufsichtsrat habe das Management beauftragt, die Aufspaltung weiter voranzutreiben. Das hauseigene "Wall Street Journal" hatte vorab davon berichtet.

Das höchste Firmengremium hatte sich am Mittwoch in New York getroffen und das Vorhaben abgenickt. Der ganze Aufteilungsprozess solle in rund zwölf Monaten abgeschlossen sein. Es gebe bis dahin zahlreiche Details auszuarbeiten. Es werde voraussichtlich in der ersten Jahreshälfte 2013 eine Aktionärsversammlung geben, um die Neuaufstellung endgültig zu beschließen. Der 81-jährige Medienmogul Murdoch solle Verwaltungsratssitzender beider Unternehmen werden sowie Chef der gewinnträchtigeren Unterhaltungssparte.

Zur neuen Unterhaltungssparte sollen unter anderem die Fox-Fernsehsender und das Filmstudio "20th Century Fox" gehören, die zusammen mit den anderen elektronischen Medien schon heute drei Viertel des Umsatzes beisteuern. Dazu gehört auch das Pay-TV-Geschäft in Europa wie der deutsche Bezahlsender Sky.

In der Printsparte wären neben dem Flaggschiff "Wall Street Journal" auch die Londoner "Times", das britische Massenblatt "Sun" sowie zahlreiche weitere Zeitungstitel in den USA und Australien versammelt sowie der Buchverlag Harper Collins.

"Noch vor einem Monat hat er gesagt, dass er dies keinesfalls tun werde", sagte ein Konzern-Insider mit Blick auf den Meinungsumschwung Murdochs. Doch der Druck, sich von dem Verlagsgeschäft zu trennen, war zuletzt durch den Abhörskandal bei dem inzwischen eingestellten britischen Boulevardblatt "News of the World" noch gewachsen.

Murdochs Söhne stehen in den Startlöchern

Noch bevor das Führungsgremium um Murdoch die Pläne offiziell abgesegnet hat, begann der Wettlauf um die entscheidenden Posten. Mit Spannung wurde erwartet, wie Murdoch senior seine drei erwachsenen und bei News Corp. engagierten Kinder für zentrale Positionen in beiden neuen Unternehmen in Stellung bringen würde.

Doch zunächst einmal wurde die aktuelle Nummer zwei bei News Corp., Chase Carey, als potenzieller Chef des neuen Unterhaltungskonzerns gehandelt. Unter ihm könnten aber Murdochs Tochter Liz und Sohn James zum Einsatz kommen. Murdochs ältester Sohn Lachlan steht dagegen für den Chefposten im Verlagsgeschäft in den Startlöchern, hat aber Rivalen.

Schon seit Längerem war einigen Großinvestoren das traditionelle Verlagsgeschäft ein Dorn im Auge, da es deutlich langsamer wächst und die Bilanz des Gesamtkonzern mitunter auch durch Verluste belastet. Ohnehin hat die Unterhaltungsindustrie den Verkauf von Zeitungen, mit denen Murdoch sein Geschäft begann, und Büchern im Murdoch-Imperium längst in den Schatten gestellt.

Das Film- und Fernsehgeschäft brachte dem Konzern in dem Jahr bis Juni 2011 Umsätze von mehr als 23 Milliarden Dollar ein, die Verlage nur knapp neun Milliarden. Der Gewinn von 2,7 Milliarden Dollar ist immer noch weit mehr als etwa die drei großen deutschen Medienhäuser Bertelsmann, Axel Springer  sowie Gruner + Jahr zusammen auf die Waage bringen.

Die in Australien gelisteten News-Corp-Aktien  legten am Donnerstag um mehr als 4 Prozent zu und markierten ein Vier-Jahres-Hoch. Seit am Dienstag erste Meldungen über die geplante Aufspaltung des Konglomerats die Runde gemacht haben, ist der Aktienkurs von News Corp in New York um elf Prozent gestiegen.

ak/dpa-afx/rtr
Mehr lesen über
Die Wiedergabe wurde unterbrochen.