Schuldenabbau Veolia verkauft britisches Wassergeschäft

Der französische Versorger Veolia Environnement trennt sich auf seinem Sparkurs von Teilen seines britischen Wassergeschäfts. Die Sparte der regulierten Wasserwirtschaft mit einem Wert von 1,2 Milliarden Pfund get an Rift Acquisitions.
Langsamer Rückzug: Veolia gibt Anteil in Großbritannien ab

Langsamer Rückzug: Veolia gibt Anteil in Großbritannien ab

Foto: Reuters

Paris - Mit Veolia zieht sich ein weiteres ausländisches Unternehmen aus dem stark regulierten britischen Wassermarkt zurück. Die Franzosen haben 90 Prozent ihres Geschäfts in Großbritannien für 1,2 Milliarden Pfund (rund 1,5 Mrd Euro) an einen Finanzinvestor verkauft, wie das Unternehmen am Donnerstag mitteilte.

Käufer sei Rift Acquisitions, ein Gemeinschaftsunternehmen des britischen Versicherers Prudential und der US-Investmentbank Morgan Stanley. Veolia werde aber mindestens noch fünf Jahre lang 10 Prozent an dem Geschäft behalten. Das Geld für den verkauften Anteil wollen die Franzosen für den Abbau von Schulden nutzen.

Der Verkauf in Großbritannien ist der erste wesentliche Schritt in diese Richtung, die der neue Chef Antoine Frerot zur Gesundung des Konzerns eingeschlagen hat. Der britische Wassermarkt ist regional stark zersplittert - zudem gibt es eine Reihe von Auflagen, die es schwer machen, das Geschäft gewinnbringend zu betreiben. Dies war auch einer der Gründe dafür, dass sich der deutsche Versorger RWE  im Jahr 2006 aus dem Markt zurückgezogen hatte und die Beteiligung Thames Water wieder verkauft hat.

Frerot will Veolia aus der Hälfte der mehr als 70 Länder abziehen, in der das Unternehmen engagiert ist. In Großbritannien hält der Konzern trotz des nun angekündigten Verkaufs vorerst noch an einigen Geschäftsteilen fest.

In Deutschland war Veolia zuletzt wegen des Streits mit RWE um Anteile an den Berliner Wasserbetrieben in die Schlagzeilen geraten, die hierzulande unter Preisdruck stehen. Die Franzosen halten wie RWE auch 24,95 Prozent an den Wasserbetrieben in der Hauptstadt. Veolia sträubt sich gegen Pläne, nach denen das Land Berlin den Anteil von RWE übernehmen will. Berlin hält bereits 50,1 Prozent.

kst/dpa-afx/rtr
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