Dienstag, 19. November 2019

KPN-Anteile Milliardär Slim ist auch in Holland am Ziel

KPN-Chef Eelco Blok: Vergeblicher Widerstand gegen den mexikanischen Eroberer

Der mexikanische Eroberungszug auf Europas Mobilfunkmarkt ist von Erfolg gekrönt: Nach der Telekom Austria hat América Móvil auch den gewünschten Anteil an der E-Plus-Mutter KPN erreicht. Es reicht für die Kontrolle der widerständigen Niederländer.

Mexiko-Stadt - Lateinamerikas größter Mobilfunkanbieter América Móvil hat mit knapp 28 Prozent sein Beteiligungsziel beim niederländischen Telekomkonzern KPN erreicht. Das teilte das vom mexikanischen Milliardär Carlos Slim kontrollierte Unternehmen am Mittwochabend (Ortszeit) in Mexiko-Stadt mit.

Über Zukäufe am Markt hat América Móvil Börsen-Chart zeigen seinen Anteil bei der E-Plus-Muttergesellschaft KPN Börsen-Chart zeigen demnach auf 24,9 Prozent aufgestockt. Mit einem Übernahmeangebot in Höhe von 8,00 Euro je Aktie habe der mexikanische Konzern weitere 40 Millionen KPN-Aktien in seinen Besitz gebracht. Diese machten rund 2,8 Prozent aus. Insgesamt komme América Móvil bei den Niederländern somit auf eine Beteiligung von etwa 27,7 Prozent. Das KPN-Management hatte vergebens versucht, den Angriff abzuwehren.

"América Móvil hat sein Ziel erreicht, sich eine bedeutende Beteiligung an KPN zu sichern", sagte Finanzchef Carlos García Moreno. Nun setze der mexikanische Mobilfunkriese auf einen "dauerhaften und konstruktiven Dialog" zum Nutzen beider Unternehmen. Den Mexikanern genügt der erreichte Anteil, um KPN zu dominieren, denn bei den Hauptversammlungen sind regelmäßig nur 44 Prozent des Kapitals anwesend.

Slim will den Einfluss seines Konzerns in Europa erhöhen und strebt aus diesem Grund eine langfristige Allianz mit dem Mutterkonzern von E-Plus an. Angedacht sind Partnerschaften beim Roaming, dem Vertrieb oder für gemeinsame Zukäufe. Mit einem geschätzten Vermögen von 69 Milliarden Dollar ist der 72-jährige Slim laut der aktuellen Liste des Magazins "Forbes" der reichste Mann der Welt.

Auch in Österreich hat América Móvil bereits einen Fuß in der Tür. Dort stockte das Unternehmen seine Beteiligung an der Telekom Austria Börsen-Chart zeigen kräftig auf. Mitte Juni teilte es mit, ein Aktienpaket in Höhe von 21 Prozent von Großaktionär Ronny Pecik zu übernehmen. KPN und Telekom Austria zusammen versorgen ein geschlossenes Gebiet von den Niederlanden bis Bulgarien mit Mobilfunk. América Móvil deckt bereits fast alle nord- und südamerikanischen Märkte mit rund 250 Millionen Mobilfunkkunden ab. Auch in der Heimat Mexiko bekommt der Monopolist bereits Probleme mit den Kartellwächtern.

ak/dpa

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