Übernahme Rhön-Klinikum Fresenius kontert Asklepios' Aktienzukauf

Schnelle Reaktion auf das Störmanöver: Fresenius hat noch am gleichen Tag den Rhön-Aktienkauf des Konkurrenten Asklepios gekontert, um die eigene angestrebte Übernahme der Rhön-Kliniken sicherzustellen. Fresenius hat seinen Rhön-Anteil um weitere 3,6 Prozent aufgestockt.
Fresenius-Zentrale in Bad Homburg: Hektische Betriebsamkeit im Übernahmepoker

Fresenius-Zentrale in Bad Homburg: Hektische Betriebsamkeit im Übernahmepoker

Foto: ? Johannes Eisele / Reuters/ Reuters

Hamburg - Anfangs war es nur eine bedeutende Übernahmeankündigung auf dem deutschen Gesundheitsmarkt, mittlerweile hat der geplante Zukauf der Rhön-Kliniken durch den Dax-Konzern Fresenius die Merkmale eines Übernahmekrimis - er spitz sich zu, der Ausgang ist nicht sicher.

Am heutigen Mittag meldete Asklepios, dass sich das Unternehmen kurz vor Ablauf der Übernahmefrist überraschend mit gut 5 Prozent bei Rhön eingekauft habe. Damit machte der Hamburger Klinikbetreiber dem Dax-Riesen Fresenius vorerst einen Strich durch die Rechnung. Das Ziel von Fresenius-Chef Ulf Schneider, 90 Prozent der Rhön-Anteile einzusammeln, schien damit kaum noch erreichbar sein. Doch noch im Laufe des Tages schlug Fresenius  zurück.

Nach Fresenius-Angaben kaufte der Konzern auf die Schnelle fünf Millionen Rhön-Aktien an der Börse hinzu. Das sind immerhin 3,6 Prozent aller Rhön-Aktien. Die Käufe seien über das elektronischen Handelssystem Xetra abgewickelt worden. Der Konzern aus Bad Homburg wolle damit sein freiwilliges Übernahmeangebot unterstützen, das am Mittwoch um Mitternacht ausläuft.

Ob der Schnellzukauf für Fresenius reicht, um die 90-Prozent-Schwelle aller Rhön-Aktien zu überschreiten, ist am Abend noch nicht absehbar. Bezeichnend für das knappe Rennen dann auch die Aufforderung von Fresenius-Sprecher Joachuim Werth am Abend an alle Rhön-Anteilseigner: "Aktionäre können auch ihre heute erworbenen Aktien der Rhön-Klinikum AG vor Ablauf dieser Frist noch andienen."

An der Börse machte sich der gegenschlag von Fresenius leicht bemerkbar: Die Rhön-Anteilsscheine legten bis 19.30 Uhr im außerbörslichen Handel wieder zu. nachdem sie im Tagesverlauf um 15 Prozent eingebrochen war, wurde die Aktie am Abend, nach der Mitteilung von Fresenius, wieder für 18,80 Euro gehandelt - das entspricht einem Kursverbsserung um 5 Prozentpunkte.

Experten gehen davon aus, dass Asklepios die Übernahme zusammen mit anderen Investoren verhindern will. Fresenius benötigt mehr als 90 Prozent der Rhön-Aktien, damit die 3,1 Milliarden Euro schwere Übernahme gelingt. Diese Hürde hat Fresenius-Chef Ulf Schneider gesetzt, weil diese Zustimmungsquote in der Rhön-Satzung für alle wichtigen Entscheidungen vorgesehen ist.

kst/rtr
Die Wiedergabe wurde unterbrochen.