Kurseinbruch Centrotherm ringt mit Banken um Finanzierung

Die Solarkrise bringt nun auch den schwäbischen Anlagenbauer Centrotherm in Bedrängnis. Da Warenkreditversicherer Lieferungen an das Unternehmen nicht mehr versichern, führt der Anlagenbauer Gespräche mit Banken. Die Aktie bricht um knapp 40 Prozent ein.
Solarpanele: Auch das Solarunternehmen Centrotherm ist in Schwierigkeiten

Solarpanele: Auch das Solarunternehmen Centrotherm ist in Schwierigkeiten

Foto: DPA

Berlin - Wie Centrotherm am späten Mittwochabend mitteilte, verhandelt das Unternehmen derzeit mit seinen Banken, um die Geldversorgung sicherzustellen. Grundlage soll ein Sanierungsgutachten sein, das von einer Unternehmensberatung erstellt werden soll.

"Vor dem Hintergrund der laufenden Finanzierungsgespräche mit den Banken können offene Kredit- und Avallinien bis auf weiteres nicht mehr genutzt werden", teilte das Management des auf Solaranlagen spezialisierten Maschinenbauers mit.

Aufgrund der anhaltend schlechten Marktlage und der angespannten Finanzierungssituation würden Warenkreditversicherer Lieferungen an das Unternehmen künftig nicht mehr versichern. "Auf Basis dieser Information erwartet der Vorstand einen negativen Liquiditätseffekt in einem niedrigen zweistelligen Euro-Millionenbetrag", gab Centrotherm (Kurswerte anzeigen) bekannt.

Aktie fällt um knapp 40 Prozent auf Rekordtief

Die im TecDax gelisteten Papiere von Centrotherm (Kurswerte anzeigen) fielen zur Eröffnung um knapp 40 Prozent auf ein Rekord-Tief von 3,08 Euro. Dies ist der größte Tagesverlust der Unternehmensgeschichte.

Seit Anfang Januar ist der Börsenwert um 66,6 Prozent geschrumpft. Dies ist fast so viel wie im gesamten Jahr 2008, dem bislang schwärzesten für Centrotherm. Nach seinen bisherigen Berechnungen hätten die liquiden Mittel des Unternehmens noch bis zum dritten Quartal gereicht, schrieb LBBW-Analyst Erkan Aycicek in einem Kommentar. Nun könne das Geld schneller aufgezehrt sein als gedacht.

Im Sog von Centrotherm gerieten auch die übrigen Solarwerte unter Druck. Sie litten Börsianern zufolge außerdem unter dem anhaltenden Streit um die Subventionen für die Branche. Solarworld  verloren 2,6 Prozent und SMA Solar (Kurswerte anzeigen) fielen um bis zu 3,8 Prozent auf ein Rekordtief von 22,50 Euro.

la/reutes/dpa
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